Apostelkirche in Rüthen ist verkauft

Verkauft: An eine nicht genannte Privatperson hat die Evangelische Kirchengemeinde Warstein die Apostelkirche in Rüthen verkauft. Am 28. Februar findet dort der letzte Gottesdienst statt.
Verkauft: An eine nicht genannte Privatperson hat die Evangelische Kirchengemeinde Warstein die Apostelkirche in Rüthen verkauft. Am 28. Februar findet dort der letzte Gottesdienst statt.
Foto: WP
Verkauft ist die Apostelkirche in Rüthen. Der letzte Gottesdienst wird dort am 28. Februar gefeiert. Zu Käufer und Kaufpreis macht das Presbyterium keine Angaben.

Rüthen..  Die evangelische Apostelkirche in Rüthen hat einen neuen Eigentümer. „In der vergangenen Woche ist durch die von der Gemeinde damit beauftragte Mitarbeiterin des Kreiskirchenamtes Soest/Arnsberg der Kaufvertrag mit einer Privatperson unterschrieben worden“, berichtet Pfarrer Uwe Müller, bei der Evangelischen Kirchengemeinde Warstein als Eigentümerin für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Nähere Angaben zum Käufer machte er auf Nachfrage nicht, weil es sich eben um einen privaten und keinen institutionellen Käufer handele.

„Im Vertrag ist eine unschädliche Nutzung vorgesehen, die dem Charakter einer ehemaligen Kirche entspricht“, erklärt Müller. Disco oder Kneipe scheiden somit – nicht zuletzt auch mit Blick auf die Nachbarschaft – aus. Seinen Informationen nach sei eher eine Nutzung als Atelier geplant, wofür sich der Kirchenraum mit seinen großen nach Süden ausgerichteten Fenstern auch anbiete. „Es wird ein halböffentliches Gebäude bleiben“, ist der Pfarrer überzeugt. Auf Anfrage „erfreut, dass sich überhaupt ein Käufer gefunden hat“, zeigt sich Bürgermeister Peter Weiken. „Wichtig ist, dass das Gebäude überhaupt weiter genutzt wird.“

Landeskirchenamt hat letztes Wort

Nachdem das Gotteshaus samt Pfarrhaus und dem rund 1000 Quadratmeter großen Grundstück Im Alten Wall bereits seit 2012 angeboten worden war, kann Pfarrerin Jutta Schorstein als Vorsitzende des Presbyteriums nun überraschend schnell Vollzug melden. Noch Ende Januar hatte Uwe Müller auf WP-Anfrage erklärt, es gebe nichts Neues in dieser Sache. Jetzt fehlt nur noch die endgültige Genehmigung durch das Landeskirchenamt in Bielefeld, die als reine Formalie gilt.

Und so steht auch bereits fest, wie der weitere Ablauf ist: Die schon 2012 für den Fall eines Verkaufs durch die Kirchenaufsicht genehmigte Entwidmung der Apostelkirche wird in einem Gottesdienst am Samstag, 28. Februar, vollzogen. Im Anschluss werden die Altarbibel und die gottesdienstlichen Geräte wie Taufschale und Abendmahlsgeschirr in einer feierlichen Prozession an ihren neuen Bestimmungsort gebracht. Dieser ist das Gemeindehaus am Schlangenpfad. Bereits vor fast drei Jahren hatte das Presbyterium beschlossen, das evangelische Gemeindeleben in Rüthen dort zu konzentrieren.

Zentralere Lage

„Für die Aufgabe des Standorts Im Alten Wall und die Beibehaltung des Standorts Schlangenpfad sprachen von Anfang an die wesentlich zentralere Lage und bessere Erreichbarkeit und Frequentierung des Gemeindehauses“, ruft Uwe Müller in Erinnerung. Bereits untersucht wurden die weitere Verwendbarkeit von Orgel und Glocke, die möglichst ebenfalls mit umziehen sollen, wobei für die Glocke erst der geeignete Ort, etwa in Form eines Türmchens, geschaffen werden müsste. Auch der tonnenschwere steinerne Altar soll möglichst mitgenommen werden. Interessenten werden hingegen noch für die Kirchenbänke gesucht.

Veränderungen stehen am Gemeindehaus ohnehin für die neue, erweiterten Aufgabe als Ort für Gottesdienste an. „In die Pläne für den bevorstehenden Umbau werden die Gemeindeglieder mit einbezogen“, versichert Pfarrer Müller. Dafür kann er bereits einen konkreten Termin nennen: Am 6. März findet um 20 Uhr im Gemeindehaus eine Gemeindeversammlung statt. Kernstück des Umbaus soll die Erweiterung des Saales werden, damit dort Gottesdienste gefeiert werden können, er aber auch weiter für das übrige Gemeindeleben zur Verfügung steht. Dazu gehört vor allem ein abtrennbarer Altarraum. Erste Planideen des Architektenbüros Tebel & Partner aus Paderborn dienen als Diskussionsgrundlage. „Gemeinsam soll dann bei der Versammlung überlegt werden, was für weitere Ideen es angesichts der zur Verfügung stehenden Gelder gibt“, so Müller.

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