Altenrüthener retten ihre Dorfkneipe

Armin Obalski
Wir wieder eröffnet: Die Dorfgemeinschaft Altenrüthen übernimmt die Braustube. Die einzige Kneipe im Ort ist seit Ende Juli 2015 geschlossen. Mit rein ehrenamtlichen Helfern wird sie Anfang Februar 2016 wieder eröffnet.
Wir wieder eröffnet: Die Dorfgemeinschaft Altenrüthen übernimmt die Braustube. Die einzige Kneipe im Ort ist seit Ende Juli 2015 geschlossen. Mit rein ehrenamtlichen Helfern wird sie Anfang Februar 2016 wieder eröffnet.
Foto: Armin Obalski
Der Verein Dorfgemeinschaft Altenrüthen übernimmt die einzige Kneipe im Ort, die seit Juli geschlossen ist. Betrieben wird sie mit rein ehrenamtlichen Helfern.

Altenrüthen.  Viele Altenrüthener sind es leid. Ihnen fehlt ein regelmäßig geöffneter, für jeden zugänglicher Treffpunkt – also eine Dorfkneipe. Das wird sich ändern. Die als Verein gegründete Dorfgemeinschaft übernimmt die Braustube und eröffnet sie Anfang Februar in eigener Regie. Betrieben wird sie ausschließlich ehrenamtlich von Mitgliedern des Vereins.

Nach einigem Auf und Ab sowie einem Eigentümerwechsel der Immobilie hat die Braustube seit Ende Juli geschlossen – endgültig, wie viele Altenrüthener zunächst befürchteten. Dass dem nun nicht so ist, ist engagierten Dorfbewohnern um Ortsvorsteher Claus Wiegelmann-Marx zu verdanken. Er wurde im Oktober bei der Vereinsgründung auch zum Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft gewählt. Seitdem hat er mit seinen Vorstandskollegen Silvia Montag, Beate Wolf, Hartmut Modes und Andre Lips hinter den Kulissen verstärkt am Ziel der Wiedereröffnung der einzigen Kneipe im Dorf in Eigenregie gearbeitet. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung präsentierten sie Konzept und Terminplan.

Zwei Säulen braucht das Projekt, damit es ein Erfolg wird: Die Bereitschaft möglichst vieler Altenrüthener – und natürlich auch auswärtiger Gäste, die in dem öffentlichen Treffpunkt ebenso willkommen sind – das Angebot anzunehmen. Und dazu viele Helfer, um den ehrenamtlichen Betrieb zu übernehmen. „Wir hoffen auf eure Unterstützung vor und hinter der Theke“, fasste Wiegelmann-Marx dies einprägsam zusammen.

Starten soll der Kneipenbetrieb am 4. Februar. Dann ist Weiberfastnacht, so dass sich schon alleine vom Termin her beste Startvoraussetzungen ergeben. Damit die Frauen feiern können, erklärten sich mit Günter Schreiber und Josef Wiegelmann-Marx spontan zwei gestandene Männer bereit, an diesem Tag den Thekenbetrieb zu übernehmen. Zunächst ist die Öffnung an zwei Tagen in der Woche geplant: Donnerstags und freitags jeweils ab 18 Uhr. Diese Öffnungszeiten hatten zuletzt auch für den gewerblichen Betrieb gegolten. Abweichende Öffnungszeiten etwa für Versammlungen oder Feiern können nach Bedarf vereinbart werden.

Jeweils zwei Helfer sollen pro Abend im Einsatz sein. Gefragt sind vor allem die Mitglieder der Dorfgemeinschaft. Da der Verein inzwischen aber schon auf 65 Mitglieder angewachsen ist, „muss keiner Angst haben, dass er jede Woche dran ist“, beruhigte Claus Wiegelmann-Marx. Oberstes Prinzip jedoch ist die Freiwilligkeit.

Schon 13 Namen auf der Liste

An dieser dürfte es jedoch kaum mangeln, trugen sich doch bei der Versammlung bereits 13 der nicht gerade zahlreichen Teilnehmer verbindlich in die Liste ein. Die Terminzuteilung übernimmt der Vorstand, Vertretungen dagegen organisiert im Fall einer Verhinderung jeder Diensthabende selbst.

Wesentlich ist auch die finanzielle Seite, doch gestalten sich die Rahmenbedingungen laut Vorstand besser als erwartet. So kam der Hauseigentümer dem Verein bei der Miete sehr entgegen und mit der Warsteiner Brauerei wurde ein Partner gefunden, der so der Vorsitzende ein „exzellentes Angebot“ gemacht habe. Dazu gehört u.a. auch der Einbau einer Fasskühlanlage in einem Raum hinter der Theke. Dadurch kann auf den energie- und daher kostenintensiven bisherigen Kühlraum im Keller komplett verzichtet werden.

Trotzdem: „Wir brauchen 15 000 Euro Jahresumsatz“, nannte Wiegelmann-Marx eine konkrete Zahl, um Miete und Nebenkosten aufbringen zu können. Dies entspreche 25 Hektolitern Bier, die verzapft werden müssten. Eine nach Expertenauskunft realistische Zahl, auch wenn Klaus Müller, Vorsitzender des Schützenvereins, ausrechnete, dass dies im Durchschnitt je Öffnungstag 75 Glas Bier entspreche.