Altenrüthener Kinder sind kleine Forscher

Teil des Projektes „Kennst du den Baum“: Am Sportplatz in Altenrüthen pflanzen die Kinder des Kindergartens „Zwergenland“ mit tatkräftiger Unterstützung eine Winterlinde, Baum des Jahres 2016.
Teil des Projektes „Kennst du den Baum“: Am Sportplatz in Altenrüthen pflanzen die Kinder des Kindergartens „Zwergenland“ mit tatkräftiger Unterstützung eine Winterlinde, Baum des Jahres 2016.
Foto: Armin Obalski
  • Der Kindergarten Altenrüthen ist als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert
  • Belohnt wird damit der umfassende Ansatz, mit der die Kinder ihre Umwelt kennen lernen
  • Das Ergebnis bei der Beantortung von Fragebögen für die Zertifizierung ist überdurchschnittlich gut.

Altenrüthen.  Mit viel Ausdauer und Engagement begleiten die Pädagogen im Kindergarten „Zwergenland“ Altenrüthen die Kinder auf ihrer spannenden Entdeckungsreise durch den Alltag. Erneut erhält die Einrichtung dafür die Zertifizierung als „Haus der kleinen Forscher“.

„Kennst du den Baum?“ lautete der Name des Projektes, mit dem sich die Einrichtung zum zweiten Mal zertifizierte. Zunächst setzten sich die Kinder mit der Frage auseinander „Was ist ein Baum?“. In der Kinderkonferenz ergaben sich aufeinander folgende Schwerpunkte: „Wie ist ein Baum aufgebaut?“, „Wie unterscheidet man die Bäume?“, „Wie ernährt sich ein Baum?“, „Der Baum im Laufe der Jahreszeiten“, „Der Baum als Lebensraum“, „Wofür benötigen wir Menschen den Baum?“.

Bei den einzelnen Aktionen wurden die Besonderheiten verschiedener Bäume mit allen Sinnen erfasst, mit kleinen Experimenten selbst entdeckt und im übertragenen Sinn spielerisch vertieft. Von jedem Baum lernten die Kinder Besonderheiten kennen. Sie fanden ganz spezielle Eigenschaften und Fähigkeiten eines Baumes heraus. Unter anderem wurden Birken angezapft, das daraus gewonnene Birkenwasser haben die Kinder mit Begeisterung probieren können.

Kooperationspartner waren auch für dieses Projekt unabdingbar. Am Tag des Baumes wurde der Baum des Jahres, die Winterlinde, in Altenrüthen neu gepflanzt. Sie hat ihren Standort am Rande des Sportplatzes bekommen (wir berichteten). Nur mit tatkräftiger Unterstützung des städtischen Bauhofs konnte diese Aktion gelingen. Ranger und Naturparkbotschafter Klaus-Dieter Hötte konnte bei einer Wald-Exkursion die Familien für das Thema begeistern.

„Kinder sind Forscher von Geburt an – sie wollen ihre Welt verstehen“, erläutert Leiterin Katrin Biene stellvertretend für das Kindergarten-Team. „Als Lernbegleiter ist es für uns wichtig, den Kindern Raum und Zeit zu geben, ihre Welt mit allen Sinnen zu entdecken und zu erforschen.“ Kinder seien aktive Gestalter ihrer Lern- und Entwicklungsprozesse, die sich ihr Wissen selbst konstruierten und Fähigkeiten in der Auseinandersetzung erwerben würden.

Der Neugier freien Lauf gelassen

Während der Exkursionen, bei Spaziergängen, bei den Waldtagen, beim Beobachten und Dokumentieren der Ereignisse konnten die Kinder ihrer Neugierde freien Lauf lassen. Ausgestattet mit diversem Material wie Lupen und Bestimmungsbüchern hatten sie die Möglichkeit, ihren individuellen Beobachtungen auf den Grund zu gehen. „Wir unterstützen die Kinder in diesen Prozessen um Antworten auf ihre Fragen zu finden. Jedes Kind sollte dabei seine individuellen Erfahrungen machen können“, betont Katrin Biene. Neues Wissen müsse dabei an Vorerfahrungen anknüpfen. Aufgabe der Erzieherinnen sei es, die Kinder in diesem Selbstlernprozess dem Alter angemessen zu begleiten.

Überdurchschnittlich gut ist das Ergebnis der Zertifizierung. Bei der Beantwortung der Fragebögen hat die Einrichtung 93 Prozent erreicht – der Durchschnitt liegt bei 74 Prozent. Die Pädagoginnen der Einrichtung bilden sich regelmäßig fort, um mit den Kindern auf Entdeckungsreise durch die Welt der Naturwissenschaften, Mathematik oder Technik zu gehen. Gemeinsam mit den Mädchen und Jungen beobachten und erforschen sie Phänomene in ihrem Alltag. Dabei werden auch eine Reihe weiterer Kompetenzen, die die Kinder für ihren späteren Lebensweg benötigen wie lernmethodische Kompetenz, Sprach- und Sozialkompetenz, Feinmotorik und ein Zugewinn an Selbstbewusstsein und innerer Stärke gefördert.

Immer neue Herausforderungen

„Während unserer weiteren Tätigkeit als Pädagogen werden wir mit vielen weiteren Kindern den Dingen forschend auf den Grund gehen. Es werden immer neue Fragen entstehen die es gilt zu erforschen – kurzum es warten viele Herausforderungen auf uns“, berichtet Katrin Biene.