Ab Herbst schnelles Netz im Möhnetal

Stephanie Stoof, Kai-Timo Wilke (Sewicom), Sabine Leitner und Alfred Bathe (von links) unterzeichnen die Kooperationsverträge für den Breitbandausbau im Möhnetal.
Stephanie Stoof, Kai-Timo Wilke (Sewicom), Sabine Leitner und Alfred Bathe (von links) unterzeichnen die Kooperationsverträge für den Breitbandausbau im Möhnetal.
Foto: WP
Übertragungsraten bis zu 50Mbit pro Sekunde – seit Dienstag sind diese Internetgeschwindigkeiten für das Möhnetal einen entscheidenden Schritt näher gerückt.

Möhnetal.. Die Stadt unterzeichnete am Dienstag mit der Firma Sewikom zwei Kooperationsverträge über den Breitbandausbau in Mülheim, Sichtigvor und Waldhausen. Damit dürfen die Bewohner im Möhnetal nach gut zwei Jahren Vorbereitung wohl ab Herbst diesen Jahres mit schnellem Internet rechnen.

1827 Haushalte liegen in dem Gebiet, in dem derzeit größtenteils nicht mehr als 2 Mbit pro Sekunde an Übertragungsraten erreicht werden. 16­ Mbit – diesen Wunsch hatte die Mehrheit der Bürger in der Befragung der Stadt im Herbst 2013 geäußert. Den möchte nun Kai-Timo Wilke mit seinem Unternehmen Sewikom realisieren. Der Geschäftsführer der Firma aus dem Kreis Höxter unterschrieb gestern die beiden Kooperationsverträge – einen für Mülheim und Sichtigvor und einen für Waldhausen.

220 000 Euro Förderung

„Ich bin sehr froh, dass wir jetzt loslegen können“, sagte Wilke, „bisher war es für uns schwierig, aktiv zu werden, da wir noch nicht offiziell Partner waren.“ Nachdem Wilke im Mai vergangenen Jahres das Angebot seiner Firma vorgestellt hatte, hätte es eigentlich sehr schnell weitergehen können – doch die Bürokratie machte der Stadt und Sewikom einen Strich durch die Rechnung. Alfred Bathe vom zuständigen Sachgebiet Immobilien und Wirtschaftsförderung erklärte den Grund: „Die EU-Förderrichtlinie, nach der wir für diese Maßnahme einen Großteil der Mittel bekommen, musste neu verhandelt werden. Diese Verhandlungen fielen genau in den Zeitraum, in dem wir eigentlich der Bezirksregierung unsere Anträge überstellen wollten.“

Erst im November stand die neue Richtlinie, drei Tage vor Weihnachten traf der Bewilligungsbescheid für den Breitbandausbau im Möhnetal dann bei der Stadt ein. Darin: Die Zusage über die Förderung der Investitionskosten. „Die gesamten Investitionskosten belaufen sich brutto auf 220 000 Euro für diese Maßnahme“, erklärte Technik-Fachbereichsleiterin Sabine Leitner gestern, „davon werden 204 000 Euro gefördert. Es bleibt uns als Stadt also ein Eigenanteil von rund 20 000 Euro.“ Diese Kosten wurden bereits im Haushalt veranschlagt.

Für die Bürger in Mülheim, Sichtigvor und Waldhausen besteht nun Klarheit: Sie können ihre bestehenden Verträge mit anderen Anbietern kündigen und den Wechselvorgang einleiten, sofern sie das Angebot von Sewikom nutzen wollen. „Wir wurden wiederholt in den vergangenen Wochen angesprochen, was nun mit dem Ausbau ist“, berichtete Bathe, „bei vielen Bürgern laufen derzeit Verträge aus und sie möchten natürlich wissen, was Stand der Dinge ist, bevor sie sich erst wieder zwei Jahre an einen Anbieter binden.“

Kai-Timo Wilke und sein Unternehmen beginnen jetzt mit der Planungsphase. Er ist optimistisch: „Im Herbst sind wir mit der Sache durch.“ Dann wären die weißen Flecken auf der Landkarte Geschichte.

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