44 Millionen Euro Überschuss im Erzbistum Paderborn

Der Hohe Dom zu Paderborn: Blick ins Hauptschiff der Kirche.
Der Hohe Dom zu Paderborn: Blick ins Hauptschiff der Kirche.
Foto: MATTHIAS GRABEN
  • Das Erzbistum legt seinen zweiten Finanzbericht vor
  • Vermögen ist gewachsen
  • Von der guten Lage profitieren auch Kindergärten und die Caritas

Hagen/Paderborn.. Das Erzbistum Paderborn hat sein Vermögen gegenüber dem Vorjahr noch einmal aufgestockt: um 3,7 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro. Das geht aus dem Finanzbericht hervor, den das Bistum gestern in Paderborn vorgestellt hat. Damit ist das Bistum weiter eines der wohlhabendsten in Deutschland. Es liegt hinter dem Erzbistum München-Freising mit einer Bilanzsumme von 6,26 Milliarden Euro und noch vor der Erzdiözese Köln mit einem Vermögen von 3,52 Milliarden Euro.

Erstmals hatten die Paderborner im Herbst des vergangenen Jahres umfassende Einblicke in ihre Vermögenssituation gegeben. Denn seit dem Finanzskandal um den ehemaligen Limburger Bischof Franz Tebartz-van-Elst bemühen sich die Bistümer um mehr Offenheit bei ihren Vermögenswerten.

Ursache für die gegenüber dem Vorjahresbericht leicht gestiegene Bilanzsumme sei die Aufstockung der Rücklagen für die Altersvorsorge, die aufgrund der niedrigen Kapitalmarktzinsen notwendig, sei, heißt es aus dem Bistum.

44,2 Millionen Euro beträgt im Jahr 2015 der Überschuss des Bistums. Dies entspricht einer Steigerung von etwa drei Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (etwa neun Prozent). „Wir sind gut aufgestellt“ sagt Generalvikar Alfons Hardt bei der Präsentation des Berichts.

20,8 Millionen aus diesem Überschuss erhalten die Kirchengemeinden. Weitere neun Millionen Euro werden für die Caritas und den Flüchtlingsfonds des Erzbistums eingesetzt. Für Projekte zur Umsetzung des Zukunftsbildes stellt das Erzbistum eine Million Euro bereit. Damit werde ein Großteil des Überschusses ausgeschüttet, heißt es in dem Finanzbericht.

395,9 Millionen Euro Kirchensteuern hat das Bistum im vergangenen Jahr eingenommen. Das sind 20 Millionen Euro mehr als noch 2014. Eine Steigerung von 5,3 Prozent. Grund für die steigenden Einnahmen sei die gute konjunkturelle Entwicklung, heißt es aus dem Bistum. Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Tarifabschlüsse hätten sich positiv ausgewirkt, erklärt Dirk Wummel, Finanzchef des Bistums. So würden die Einbußen durch weiterhin sinkende Mitgliederzahlen überdeckt. Dabei ist die Zahl der Kirchenaustritte gegenüber dem Vorjahr sogar gesunken und die Zahl der Taufen gestiegen. Nach wie vor seien die Kirchensteuern mit einem Anteil von mehr als 75 Prozent die wichtigste Ertragsquelle des Bistums.

514 Millionen Euro betrug das Haushaltsvolumen des Bistums insgesamt im vergangenen Jahr. 214 Millionen davon sind für die Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und die Caritas ausgegeben worden. Das sind 46,5 Prozent der Aufwendungen – und 30,7 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

180,2 Millionen Euro sind für Personal ausgegeben worden. Damit sind die Personalkosten der zweitgrößte Ausgabenposten des Bistums. Die direkten Personalkosten (also ohne Sozialabgaben und Aufwendungen für die Altersvorsorge) sind um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen.

57 Millionen Euro verbucht das Bistum auf der Einnahmenseite aus Zuschüssen, die das Land zum Beispiel für Schulen gibt. Bei den Schulen trägt das Land 85 Prozent der laufenden Aufwendungen.

394 Millionen Euro Einnahmen aus Kirchensteuern erhofft sich das Bistum für das laufende Jahr – also etwas weniger als bisher. „Mittel- bis langfristig erwartet das Erzbistum allerdings deutlich niedrigere Kirchensteuereinnahmen“, heißt es in dem aktuellen Finanzbericht. „Da weitere Zuführungen zu den Pensionsrücklagen zu erwarten sind, rechnet das Erzbistum 2016 mit einem negativen Bilanzergebnis von etwa 25,5 Millionen Euro, das aus Rücklagen auszugleichen ist.“ Für die Zukunft also ist das Bistum nicht ganz so optimistisch.

 
 

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