1577 Opfer

(mifi)

Warstein. 1577 - als LWL-Klinik-Direktor Dr. Josef Leßmann diese Zahl verlas, senkten sich viele Köpfe vor der Treise-Kapelle. Rund 100 Menschen gedachten dort gestern - am Totensonntag - den 1577 Opfern, die während der Nazi-Herrschaft aufgrund ihrer Erkrankungen aus der Warsteiner Klinik abstransportiert und getötet wurden.

LWL-Direktor Dr. Josef Leßmann, der selbst das ehemalige Konzentrationslager im hessischen Hadamar - dort wurden die Warsteiner Patienten zu jener Zeit hingerichtet - besichtigte, erinnerte an die Aberwitzigkeit der zu „Produktionsprozessen“ erhobenen Tötung von Menschen - und an den damaligen von den Nazis installierten Klinik-Direktor Dr. Heinrich Petermann: „Ich wüsste nicht, wie ich mich heute in einer vergleichbaren Situation verhalten würde. Was bewirkt der Zeitgeist, in dem wir automatisch mitschwimmen? Ich werde über niemanden die Lanze brechen.“

Die Chorgemeinschaft Cäcilia Suttrop/St. Petrus Warstein sang unter anderem das Lied „Von guten Mächten“ von Dietrich Bonnhöfer. Bürgermeister Manfred Gödde legte gemeinsam mit Dr. Leßmann den Gedenk-Kranz in der Kapelle nieder. Gödde: „Wir müssen immer an den Frieden unter den Menschen glauben. Wer den Glauben aufgibt, der hat schon verloren.“