Zufallstreffen soll zu tödlicher Messerattacke am Hauptbahnhof geführt haben

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Siegen.. Die Ermittlungen gegen den 21-jährigen Ömer Y., der am Samstag im Siegener Bahnhof seine frühere Freundin erstochen haben soll, werden „nicht mehr allzu lange dauern“, hofft Staatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss. „Es laufen noch Ermittlungen und Vernehmungen“, sagte der Staatsanwalt. Auch der schriftliche Obduktionsbericht liege noch nicht vor. Die Mordkommission arbeite weiterhin auf Hochtouren.

Nach wie vor nicht eindeutig geklärt ist die Vorgeschichte, die zu der Bluttat geführt hat. „Wir müssen die Motivlage überprüfen“, sagt von Grotthuss: So behaupte Ömer Y., er habe nicht gewusst, dass sich seine frühere Freundin mit dem gemeinsamen, sechs Monate alten Kind überhaupt in Siegen aufgehalten habe. „Er stellt das als zufällige Begegnung dar, die im Bahnhof eskaliert ist.“ Am Ende hatte der Mann die 18-jährige Aylin I. mit 52 Messerstichen in den Hals tödlich verletzt.

Aylin I. und Ömer Y. hatten, bis sie sich trennten, eine gemeinsame Wohnung in Kreuztal. Dort hatte der Mann sich auch am Wochenende aufgehalten. Aylin I. war mit ihrem kleinen Sohn zu ihrer Familie nach Bad Kreuznach zurückgekehrt und am Wochenende nach Siegen gereist, um dort eine Freundin zu besuchen. In der Unterführung zwischen Bahnhofsgebäude und Mittelbahnsteig kam es zu der tödlichen Begegnung.

Beschuldigter ist in Untersuchunghaft

Nach der Tat war der Mann mit dem Kind geflüchtet. Den Säugling gab er in der Frankfurter Straße beim Türkisch-islamischen Kulturverein ab, er selbst sprang in die Weiß. Im Bereich der Flurenwende wurde er von der Polizei gestellt. Aufmerksame Bürger hatten dafür gesorgt, dass die Beamten die Spur zu dem Täter nicht verloren. Gegen den Beschuldigten wurde Haftbefehl erlassen; er befindet sich in Untersuchungshaft. Sein Sohn ist in die Obhut des Siegener Jugendamtes gegeben worden. Ebenfalls eingeschaltet hat sich das Jugendamt in Bad Kreuznach, wo die Mutter des Jungen am heutigen Mittwoch beigesetzt wird.

 
 

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