Wilnsdorf gegen Burbach: Windparks „bedrängen“ Wilden

Burbach soll den Bereich Schillerbach gemeinsam mit Neunkirchen als interkommunalen Windpark vorsehen.
Burbach soll den Bereich Schillerbach gemeinsam mit Neunkirchen als interkommunalen Windpark vorsehen.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Wilnsdorf verlangt von Burbach auf Ausweisung der Windkraft-Konzentrationszone Baudenberg zu verzichten
  • Die 35,7 Hektar große Zone greife in „wichtigen Naherholungsraum“ ein, sagen die Wilnsdorfer
  • Planung stehe im Widerspruch zum Gemeinde-Konzept: „Das ist ein schwerwiegender Planungsfehler“

Wilnsdorf.  Die Gemeinde Wilnsdorf verlangt von der Nachbargemeinde Burbach, auf die Ausweisung der Windkraft-Konzentrationszone Baudenberg weitgehend zu verzichten und im südlichen Teil der Zone Walkersdorfer Berg eine Höhenbegrenzung für die Windräder festzusetzen. Stattdessen soll Burbach den Bereich Schillerbach gemeinsam mit Neunkirchen als interkommunalen Windpark vorsehen und am Nordhang von Würgendorf (Simberg) weitere Standorte einplanen.

Burbach verfüge über weitere geeignete Flächen vor allem am Simberg

Die Gemeinde Burbach plant mit fünf Vorrangzonen, von denen vier nahe an der Gemarkungsgrenze zu Wilnsdorf liegen und da — so die Darstellung der Wilnsdorfer Verwaltung — den Ortsteil Wilden „massiv bedrängen“. Die 35,7 Hektar große Zone Baudenberg greife in einen „wichtigen Naherholungsraum“ ein, sagen die Wilnsdorfer. Das Argument der Nachbargemeinde, alle Vorrangzonen würden gebraucht, um „substanziellen Raum“ — ein Begriff aus Gerichtsurteilen — für Windkraft zu schaffen, lässt Wilnsdorf nicht gelten. Burbach verfüge über weitere geeignete Flächen vor allem am Simberg, wo der 1000-Meter-Abstand zu den Wohnbebauungen von Burbach und Würgendorf eingehalten werde.

Die Gemeinde Burbach habe den Simberg als Standort verworfen, weil die 20 Hektar für mindestens drei Windräder dort nicht dargestellt werden könnten. Die Wilnsdorfer verweisen darauf, dass diese Mindestgröße von Burbach selbst gesetzt sei, zugleich aber auch von der Gemeinde selbst nicht eingehalten werde: Der Investor auf dem Baudenberg plane nur mit zwei Windrädern, und auch in der Zone Weisenberg-Nord werde ein Windpark mit zwei Anlagen betrieben.

Planung des Investors stehe im Widerspruch zum Konzept der Gemeinde

„Hier wird ohne nachvollziehbare Begründung mit zweierlei Maß gemessen“, heißt es in der Wilnsdorfer Stellungnahme. Die Planung des Investors stehe im Widerspruch zum Konzept der Gemeinde, das auf dem Baudenberg gar nicht umzusetzen sei. „Das ist ein schwerwiegender Planungsfehler, der die Gesamtplanung unschlüssig macht.“ Mit der Festlegung ihrer eigenen Kriterien sei es der Gemeinde Burbach offenkundig vor allem darum gegangen, Simberg und ebenso Schmidthain und Schillerbach durch die Vorauswahl fallen zu lassen, um die Wohnbereiche in Gilsbach und Wahlbach zu schützen.

Auf dem Simberg könnte Burbach vier Teilbereiche mit einer Gesamtgröße von 65,64 Hektar ausweisen, rechnet die Gemeinde Wilnsdorf vor. Burbach habe den östlichen Teil mit Verweis auf den großen Abstand von mehr als 500 Metern „quasi wegargumentiert“. Dabei werde zwischen zwei Anlagen der fünffache Abstand des Rotordurchmessers (von etwa 130 Metern) sowieso empfohlen, sodass dort ein Windpark mit drei bis vier Anlagen entstehen könnte.

Alternative mit Neunkirchen

Die Möglichkeit für einen interkommunalen Burbach-Neunkirchener Windpark mit fünf Anlagen, davon zwei auf Burbacher Gebiet, sieht die Gemeinde Wilnsdorf im Bereich Schillerbach. Den habe Burbach aussortiert, weil die Gemeinde Neunkirchen für ihren Teilbereich noch kein Baurecht geschaffen habe. Dabei sei das Planverfahren in Neunkirchen „sehr weit fortgeschritten“, wissen die Wilnsdorfer. „Aus rechtlich nicht zwingenden, selbst gesetzten und noch dazu rein formalen Gründen“, so die Stellungnahme aus Wilnsdorf, zerstöre Burbach „damit die Chance auf einen ohne weiteres möglichen interkommunalen Windpark Schillerbach“.

Beratung in Wilnsdorf

  • Die Stellungnahme der Gemeinde Wilnsdorferfolgt zur gerade laufenden öffentlichen Auslegung der Burbacher Flächennutzungsplan-Änderung.
  • Der Bau- und Umweltuasschuss in Wilnsdorf befasst sich damit in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch, 30. November. Sie beginnt um 18 Uhr im Ratssaal.

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