Wie ein Bauarbeiter Radfahrer glücklich macht und sie schließlich enttäuscht

Siegen gilt nicht gerade als El Dorado für Radfahrer. Das liegt nicht allein an der Topographie. Radwege gibt es nur wenige. An manchen Stellen ist Radfahren verboten, an anderen durchaus unbequem. Lange mussten Radfahrer dafür kämpfen, in der Bahnhofstraße fahren zu dürfen.

Und an der Kölner Straße? Sie zählte stets zu den Verbotszonen. Bis vor Kurzem für kurze Zeit. Und jetzt wieder.

Die Kölner Straße als Kombizone für Fußgänger und Radfahrer. Ohne Diskussionen in Ausschüssen und Rat. Einfach so. Schnell. Unbürokratisch. Im Rathaus war man ratlos. Die Kölner Straße sei schon immer radlos. Wegen der besonderen Topographie könne sie nicht für Radfahrer freigegeben werden, ohne ein Risiko für die Fußgänger in Kauf zu nehmen.

Dabei hätte alles so schön sein können. Wenn 4000 Studenten künftig zum Campus Altstadt radeln, statt mit dem Auto zu kommen. Bergauf die Kölner Straße hoch. Das wäre ein Bild gewesen. Verhältnisse wie in Münster.

Der ADFC hatte bereits frohlockt – und bedauert jetzt das Ende einer vermeintlichen Pilotphase. „Mit Bedauern nimmt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, Kreisverband Siegen-Wittgenstein, die Rücknahme der Freigabe der Kölner Straße für Fahrradfahrer zur Kenntnis. In einer knapp einwöchigen ,Pilotphase’ konnten Fahrradfahrer die Befahrbarkeit testen.“

Pilotphase für Radfahrer in der Kölner Straße? Davon hatte man im Rathaus noch nie etwas gehört. Nach zwei Stunden Recherche die Lösung: Die Pilotphase war keine. Ein übereifriger Bauarbeiter hatte statt des Fußgänger-Schildes ein kombiniertes Fußgänger/Radfahrer-Schild aufgestellt.

Ein Schilder-Streich.

 
 

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