Wertschätzung und gutes Verhandlungsklima

Siegen.  Die Universität Siegen hat als bundesweit siebte Hochschule das Gütesiegel des Deutschen Hochschulverbands (DHV) für faire und transparente Berufungsverhandlungen erhalten.

Berufungsverhandlungen an der Universität Siegen verliefen zügig und lägen als „Chefsache” in den Händen des Rektors und Kanzlers, teilte der DHV mit. Bewerber fühlten sich wertgeschätzt und lobten das gute Verhandlungsklima mit der Hochschulleitung. Positiv zu würdigen sei der Ansatz, Erstberufenen neben dem Grundgehalt unbefristete, ruhegehaltfähige und dynamisierte Leistungsbezüge gewähren zu wollen. Begrüßenswert sei darüber hinaus, dass bis zu einem Viertel der Juniorprofessoren an der Universität Siegen eine verbindliche Tenure Track-Zusage erhalten sollen, die die Übernahme in ein unbefristetes Professoren-Dienstverhältnis der höheren Besoldungsgruppen W2/W3 bei positiver Evaluation garantiere. Außerdem profitierten neuberufene Professoren von einer „Politik der kurzen Wege“. Das „Implacement“ der Neuberufenen sei gut. Als familiengerecht zertifizierte Hochschule biete die Universität Siegen vielfältige Hilfestellungen für Dual Career-Paare an. Ebenso werde die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr ernst genommen.

Punktuell sieht der DHV jedoch noch Verbesserungspotenzial. Mit der Implementierung eines Berufungsverfahrensmonitors könnten sich Bewerber jederzeit über den Stand ihres Verfahrens informieren. Für Bewerber, die zu einem Probevortrag eingeladen würden, müsse die intendierte Reisekostenerstattung auch gewährt werden. Wünschenswert sei ferner, die Befristung von Ausstattungszusagen transparenter und eindeutiger zu gestalten. Die Vergabe sowohl unbefristeter als auch an Zielvereinbarungen gekoppelter befristeter Berufungs-Leistungsbezüge müsse auch de facto durchgängig praktiziert werden.

„Die Gewinnung hervorragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erfordert eine vorausschauende Berufungspolitik. Mit dem Gütesiegel will der Hochschulverband dazu beitragen, die Berufungskultur an Hochschulen zu verfeinern.“, erklärte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen.

Grundlage des Gütesiegels ist ein Fragebogen mit 42 Fragen. Hinzu kamen Interviews mit an die jeweilige Hochschule berufenen Professoren zu ihren Erfahrungen im Berufungsverfahren sowie der Erfahrungsschatz und die Kenntnisse der DHV-Justiziare.

 
 

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