Wenig Chancen für Radwege an Bundesstraßen

Kreuztal.  Die Verbesserung von so genannten „Problemstellen“ im Kreuztaler Radwegenetz gestaltet sich schwierig. Dies ist nun einer Stellungnahme der örtlichen Straßenverkehrskommission zu entnehmen, mit der sich der Infrastruktur-, Umwelt- und Wirtschaftsförderungsausschuss in seiner nächsten Sitzung am Montag, 1. Februar, ab 17 Uhr in der Weißen Villa beschäftigt.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Siegen-Wittgenstein hatte im Herbst einen umfangreichen Antrag eingereicht und damit auf die aus seiner Sicht oft problematische Verkehrsführung für Radfahrer im Stadtgebiet aufmerksam gemacht. Zusammenfassend haben die in der Verkehrskommission tätigen Vertreter von Polizei, Straßenverkehrsamt, Verkehrswacht und Landesbetrieb Straßen NRW festgestellt, dass „der gewünschte Neubau von Radwegen in den meisten Fällen an der nicht vorhandenen Mindestbreite der vorhandenen Straßen scheitert“.

Überlegungen für Ferndorf und Eichen

Um Radwege an Bundesstraßen anzulegen, müssten gesetzliche Vorgaben erfüllt werden, was die Mindestbreite und die Sicherheitsabstände betrifft. Doch die topografische Lage Kreuztals, die bestimmt ist von den vier in alle Himmelsrichtungen führenden Tälern und den bebauten Hängen sowie mangels verfügbarer Flächen entlang der Hauptstraßen, mache die „nachträgliche Anlegung“ von Radwegen in den meisten vom VCD genannten Bereichen unmöglich.

Einzig im Zuge der neuen Ortsdurchfahrt von Ferndorf zwischen Bushaltestelle Hofacker bis Einmündung der Straße Aherhammer werde derzeit vom Landesbetrieb Straßen NRW geprüft, ob dort ein Radwegeneubau machbar ist. Dasselbe gilt auch für den geplanten Neubau der Straßenbrücke im Zuge der B 517 in Eichen, der nächstes Jahr erfolgen soll.

Problemzone ist auch aus Sicht des VCD der Hauptknotenpunkt von B 508/B 517/L 908 in der Stadtmitte. Dort schwebt den Interessenvertretern der Rad fahrenden Bevölkerung eine Radfahrschleuse vor. Doch auch diese Lösung scheitere an der notwendigen Einhaltung der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen. Dagegen könnten im weiteren Verlauf der Hagener Straße die vorhandenen Höhenunterschiede des Gehweges, der zwischen den Einmündungen Ulmenweg und Waldstraße von Radlern mitbenutzt werden darf, durch Absenkung von Bürgersteig und der Bordsteine entschärft werden. Das aber müsse der VCD direkt beim Landesbetrieb beantragen.

Markierungen werden erneuert

Immerhin: Unter anderem neu markieren lässt der Landesbetrieb die verblassten Markierungen an den Bundesstraßen. Auch die Strecke aus Richtung Heestal zur Stadtmitte wird sicherer gemacht, indem der Beginn des gemeinsamen Rad- und Gehweges durch entsprechende Beschildung „vorgezogen“ wird. Nicht verändert werden soll dagegen die Funktion des Mehrzweckstreifens an der B 508 zwischen Star-Tankstelle und Kredenbach, weil dieser auch langsameren Fahrzeugen wie Treckern zur Verfügung stehe. Würde nur noch Radverkehr zugelassen, befürchtet die Verkehrskommission erhebliche Stauungen in Richtung Osten.