Wengenroth will anderen Wahlleiter

Sven Wengenroth fühlt sich benachteiligt.
Sven Wengenroth fühlt sich benachteiligt.
Foto: WP

Hilchenbach..  Die Bitte um „diskrete Behandlung“steht zwar gleich im ersten Absatz. Doch der Verteiler der Mail ist groß — und deshalb war sie eine Stunde nach dem Versand überall im politischen Hilchenbach verbreitet: Sven Wengenroth, Bürgermeisterkandidat der SPD, legt Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab nahe, sein Amt als Wahlleiter für die Bürgermeisterwahl am 12. September niederzulegen. „Der Rat würde Sie hierbei bestimmt unterstützen.“ Wengenroth wirft dem Bürgermeister vor, sein Amt nicht neutral auszuüben.

Stein des Anstoßes ist der Bericht dieser Zeitung über den Besuch des parteilosen Bürgermeisterkandidaten Holger Menzel und seiner Unterstützer im Rathaus, als sie unmittelbar vor der Ratssitzung dem Bürgermeister die Unterstützerunterschriften für die Kandidatur des Einzelbewerbers vorlegten. Die Schilderung der Vertreter von UWG, Grünen und FDP, wie schnell die Unterschriften gesammelt werden konnten, kommentierte Hasenstab: „Die Leute wollen einen unabhängigen, parteilosen Kandidaten.“

Gegen öffentliche Erörterung

Wengenroth: „Demnach ergriffen Sie in Ausübung Ihres Amtes offensichtlich und öffentlich Partei für einen der Kandidaten.... Dies empfinde ich als beeinflussend und unlauter.“ Er strebe keine Prüfung des Vorgangs durch die Kommunalaufsicht an, „eine öffentliche, rechtliche Prüfung des Sachverhaltes würde sich weiterhin negativ auf die Wahlbeteiligung auswirken. Dies möchte ich vermeiden.“

Mit einer Antwort rechne er nicht, schließt Sven Wengenroth, den Hasenstab im Rat auch noch als Falschparker auf einer Passage für Rollstuhlfahrer gerüffelt hatte, seine Mail. Ihm erschienen „ja viele Anliegen von Ratsmitgliedern laut Presse ‘zu doof’“, schreibt Wengenroth. „Trotzdem würde ich mich über ein persönliches Gespräch freuen.“

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