Walter-Krämer-Platz nimmt nächste Hürde

Der Platz vor dem Kreisklinikum in Weidenau soll zum Walter-Krämer-Platz werden.
Der Platz vor dem Kreisklinikum in Weidenau soll zum Walter-Krämer-Platz werden.
Foto: Jens Plaum

Weidenau.  Die Planungen für den Walter-Krämer-Platz werden – zwar langsam, aber dennoch sicher – konkreter.

Der Künstlerwettbewerb zur Ausgestaltung der Fläche vor dem Kreisklinikum, die in Zukunft den Namen Krämers tragen soll, geht in die zweite Phase. Eine Jury wählte gestern Nachmittag aus 22 Einsendungen zwei Entwürfe aus.

Diese beiden Künstler haben nun gut drei Monate Zeit, ihre Ideen zu präzisieren, erläuterte Hans-Peter Langer. Er begleitet das Projekt für den Kreis: „Das Kreisklinikum fordert sie auf, bis Ende Oktober detaillierte Entwurfsplanungen vorzulegen.“ Dazu gehören Angaben über die Realisierbarkeit, ein verbindliches Kostenangebot und auch ein Modell.

Ideologische Schlammschlacht

„Und das braucht eben Zeit“, sagte Professor Christoph Brockhaus. Der Kunstexperte ist Chef der Jury. Dieser wiederum gehören weitere vier stimmberechtigte Mitglieder an: Bertram Müller, Geschäftsführer Kreisklinikum, Stadtbaurat Michael Stojan, Kreiskulturreferent Wolfgang Suttner und der Vorsitzende des Kunstvereins Siegen, Albrecht Thomas.

Am Ende von Phase zwei, laut Langer vermutlich im November, fällt die Jury ihre endgültige Entscheidung. Die Juroren übrigens wissen nicht, welcher Künstler hinter welchem Entwurf steckt. „Das ist ein anonymisiertes Verfahren“, erläuterte Hans-Peter Langer. Folglich, so sagte er, könne auch keine Auskunft über die zwei Glücklichen gegeben werden, die es in Runde zwei geschafft haben.

Die Entscheidung für die Gedenkstätte des als Arzt von Buchenwald bekannt gewordenen Walter Krämer war in der Siegener Politik lange umstritten. Die Debatte seinerzeit im Rat glich einer ideologischen Schlammschlacht.

Dorothea Schleifenbaum (CDU) warf dem Humanisten, der in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern geehrt wird, seine Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei vor. Michael Groß (Grüne) bezeichnete den Platz vor dem Klinikum als „bestenfalls drittklassige“ Wahl. Auch im Kulturausschuss trugen CDU und UWG, letztere mit Blick auf die Kosten, eine entsprechende Verwaltungsvorlage nicht mit.

3000 Euro Preisgeld

Der Künstler, der den Zuschlag erhält, darf sich über 3000 Euro freuen. Das Preisgeld wird auf das Honorar von 30.000 Euro angerechnet. Für den eigentlichen Platz stehen 55.000 Euro zur Verfügung. Davon sind 35.000 Euro für die Platzerstellung und 20.000 Euro für Material und Erstellungskosten vorgesehen. Mit diesen Summen seien sämtliche Kosten abgegolten, heißt es in der Vorlage.

Der Jury gehören neben den stimmberechtigten auch beratende Mitglieder an. Darunter sind Landrat Paul Breuer und Bürgermeister Steffen Mues ebenso wie Kreistagsmitglied Heinz-Werner Feuring (SPD). Für den Rat gehört Traute Fries (SPD) dem Gremium an. Rikola-Gunnnar Lüttgenau, stellvertretender Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora komplettiert das Feld.

 
 

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