Vier Hasen in den Startlöchern

Hans-Peter Hasenstab (rechts) und Lukas Müller aus Oberkirch bauen die neue Brennereianlage auf.
Hans-Peter Hasenstab (rechts) und Lukas Müller aus Oberkirch bauen die neue Brennereianlage auf.
Foto: WP
Eine Firma aus Oberkirch hat die neue Brennereianlage geliefert. Hilchenbachs früherer Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab will seine Produkte ab Sommer verkaufen.

Vormwald.. Dieter Kunze nennt das Projekt seines Nachbarn augenzwinkernd eine „Schnapsidee“. Hans-Peter Hasenstab lacht, will das so nicht stehen lassen: „Es ist schon alles von langer Hand und mit Bedacht geplant.“ Er hat Platz gemacht in dem kleinen Anbau neben seinem Haus in Vormwald, die Gartengeräte ausgeräumt, Wandfliesen eingebaut und einen neuen Boden verlegt. Seit Montag befindet sich in dem Anbau eine funkelnde Brennereianlage, für die er „einen deutlich fünfstelligen Betrag“ bezahlt hat.

Es ist eine Anlage der Firma Müller aus Oberkirch in Baden-Württemberg. Lukas Müller lieferte sie am Montag in einem Transporter nach Vormwald und baute sie auf. „Es ist ein Unikat“, sagt Hasenstab. Er ließ die Brennereianlage, die etwa zwei Meter hoch ist und 170 Liter fasst, nach seinen Wünschen anfertigen. Hilchenbachs früherer Bürgermeister, der im vergangenen Jahr nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidieren wollte, kann jetzt damit beginnen, Gin, Geiste und Whisky zu brennen. Produkte aus dem Hause „Vierhasen“, wie sein neuer Betrieb heißt.

Der Nachwuchs hilft

„Die Namensfindung war vielleicht sogar der langwierigste Prozess“, sagt Hasenstab. Er habe sich mehrere Bezeichnungen überlegt, aber dann für einen Bezug zu seinem Nachnamen und seiner Familie entschieden. Und weil er drei Kinder hat, kommt er auf vier Hasen in der kleinen südwestfälischen Brennerei in Vormwald. „Sie können Papa natürlich helfen, und das ist für ihr Taschengeld sicherlich nicht schädlich.“

Wann es die ersten Flaschen zu kaufen gibt? „Ab Sommer“, verspricht Hasenstab. Er wolle nichts überstürzen, sondern sich Zeit lassen. Es bedürfe „Geduld und Ruhe“ bei der Brennerei. Er will nicht verschweigen, dass er etwas Aufregung bei seiner neuen Aufgabe verspürt: „Ich bin etwas nervös, aber eine gewisse Nervosität hilft auch, um gute Produkte herzustellen“.

Auf seinen neuen Job hat er sich vorbereitet: Hasenstab studierte am Institut für Lebensmitteltechnik der Hochschule Weihenstephan, bekam von Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner die Urkunde als „Edelbrandsommelier“ überreicht. Im vergangenen Winter schloss er an der landwirtschaftlichen Fachschule in Offenburg seine Ausbildung zur „Staatlich geprüften Fachkraft für Brennereiwesen“ ab. „Ich hatte schon immer ein Faible für Aromen und Gerüche“, erklärt Hasenstab. Seine Leidenschaft macht er jetzt zum Beruf.

Hasenstab will seine Brände in 0,35-Liter-Flaschen anbieten. „An einem Brenntag könnte ich rund 100 Flaschen produzieren“,, schätzt Hasenstab, der im Brennereiwesen „als Einzelkämpfer überzeugen“ will: „Der war ich auch in meinem alten Job“, sagt der ehemalige Bürgermeister. „Es ist eine Herausforderung und ein besonderes Gefühl.“

 
 

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