Videospielen erföffnet „ART!Si“ im Apollo Siegen

Klein und schick: Die „Cytrill“ getauften Spiele-Controller.
Klein und schick: Die „Cytrill“ getauften Spiele-Controller.
Foto: WP
Daddeln als Kunstform: Hackspace HaSi entwickelt Controller und passende Software. Bis zu 30 Personen können gleichzeitig mitspielen

Siegen..  Viereckige Schweinchen sammeln Kisten und stopfen die in Fabriken. So im Wesentlichen ist das das Spielprinzip von „Crystal Mett“. Achja: Die grobpixeligen Paarhufer arbeiten in Teams und jagen sich die Kisten, die – nebenbei bemerkt – an Fallschirmen vom Himmel fallen, gegenseitig ab. Genauer gesagt ihre Spieler, denn „Crystal Mett“ ist ein Multiplayer-Game. Der Siegener Hackspace „HaSi“ hat einen Spielecontroller nebst passender Software entwickelt, mit dem bis zu 30 Personen gleichzeitig miteinander spielen können.

Gestern Nachmittag wurde die Kunstwoche „ART!Si“ mit dem gemeinschaftliche Zocken eröffnet.

Computer spielen? Das soll Kunst sein? Absolut. Und zwar auf mehreren Ebenen.

K unst als Massenmedium: „Computerspiele haben vor allem bei Jüngeren einen hohen Stellenwert“, sagt Johannes Bade vom Hackspace, einer der Entwickler. Wenn Film und Fernsehen Kunst sei – Spiele sind es erst recht.

K unst als schöpferisches Arbeiten: Die Arbeit am Spiel war Kunst. Die Erstellung von Grafiken, Klängen, Animationen für die Software. Das Anbringen von winzigen, millimeterkleinen Widerständen auf die Platinen.

K unst als sozialer Effekt: Die Spieler sitzen nicht allein vor dem Rechner, vor der Konsole, sondern nebeneinander in einem Raum. Sie interagieren, blödeln herum, geben sich Tipps, arbeiten mit- und gegeneinander und haben jede Menge Spaß dabei.

K unst als Ergebnis: „Die Linien des Spiels ,Wallhack’ sehen sehr gut aus“, findet Johannes Bade. Sie planen, das bunte Liniengewirr aufzuzeichnen. Ein Gemeinschaftsprodukt von Menschen, die miteinander agieren.

K unst als Reminiszenz: Der Spielecontroller ist angelehnt an das berühmte Supernintendo. Platine, zwei LEDs, acht Knöpfe. Per W-LAN werden die Druckimpulse an den Server geschickt, der wandelt sie um und gibt sie an das Spiel selbst weiter. Klingt viel simpler, als es ist.

K unst als Herausforderung: „Es gab nicht nur keinen Controller, sondern auch keine Spiele“, bemerkt ein grinsender Johannes Bade. Schließlich programmierte das inzwischen zehnköpfige Team vier Spiele:
- „Race Ctrl“, ein Autorennen;
- „Space Ctrl“, ein Raumschiffspiel,
- „Wallhack“, eine Art Multiplayer-Snake (beliebt bei Besitzern alter Nokia-Handys),
- „Crystal Mett“, die kistensammelnden Schweine. „Wallhack“ ist mit Abstand am beliebtesten beim Publikum. Ein regelmäßiger Daddel-Abend ist geplant.

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