Vergnüglich-informative Tour mit Weigand & Genähr

Foto: WP
Sie sind eine echte Institution in der Stadt. Das kabarettistische Duo Weigand & Genähr bietet nun seit fünf Jahren eine Stadtrundfahrt der besonderen Sorte an. Jetzt haben sie eine neue im Programm.

Siegen.  Bisher widmeten sie sich als die Busbillettbestätigungsbevollmächtigte und der Busballadenbarde dem sehens- und staunenswerten in Unter- und Oberstadt.

Nun haben die beiden Kleinkünstler ein neues Programm ausgearbeitet, das sich mit den Grundfesten der siegerländer Wirtschaftsgeschichte und Arbeitswelt befasst. „Stahl un’ Holz sin’ unser Stolz“ ist der Titel des neuen Tourenangebotes, das am 26. Mai seine Premiere feiert.

Orte der Industriegeschichte

Als Strukturwandel-Beauftragte „Ursel“ und „Herr Genähr“ führen die beiden ihre Gäste auf einer „vergnüglich-informativen Erkundungsreise“ mit dem Hübbelbummler kreuz und quer durch Siegen zu interessanten Orten der regionalen Industriegeschichte. Das ist ihre Welt, wie sie direkt zu Beginn betonen, denn beide sind in „dialektal eingefärbten Stahlregionen“ groß geworden. Sie im Siegerland, er im Ruhrgebiet.

Während ihrer Rundfahrt trumpfen die beiden immer wieder mit erstaunlichen Fakten, lustigen Anekdoten und spannenden Geschichten auf. Während Ursel, die etwas schrullige Dame mit dem rollenden „R“, ihren Kompagnon dabei immer mal wieder mit einem Augenzwinkern als „besserwisserischen Studierten“ abtut, überrascht sie selbst desöfteren mit großen Fachwissen über frühere Zeiten. Nicht alles entspricht dabei der Wahrheit, doch schön sind ihre Anekdoten allemal. Falls sie einmal ganz daneben liegt, hat sie ja noch den Herrn Genähr an ihrer Seite. „Was der immer alles weiß“, sagt sie augenrollend und beginnt schon wieder die nächste Geschichte.

Einmal quer durch Siegen

Währenddessen zockelt der Hübbelbummler gemütlich durch die engen Straßen von einem Halt zum nächsten. „Keine Angst“, beruhigt Herr Genähr dabei die Gäste, „unser Busfahrer schafft alles!“ Und in der Tat Fahrer Karl-Josef bringt die Bummelgäste gefahrlos von einem interessanten Zwischenstopp zum nächsten. Die Strecke führt vorbei an der Hammerhütte, deren Flammkuchen die schwatzende Ursel immer an die heißen Zeiten der Blashütte erinnern und dem IG Metall Gebäude bis zur Boschgotthardthütte. Dort erleben die Reisenden hautnah, was heute noch in den Werken los ist. „Stahl machen die da“, berichtet Ursel. „Aber was ist das? Das hat doch mit den Elementen zu tun.“

Etwas grüner ist die nächste Station. Auf einer Siegbrücke beim leichten Rauschen des Flusses steht für die Bummlergruppe ein sprachwissenschaftlicher Exkurs an. Von der Sieg, über die Seine bis Siegen. Anschließend geht es über die Marienhütte, durch die Hengsbach in den Hauberg. Der Hübbelbummler ächzt bei der steilen Anfahrt, doch schafft es schließlich den Berg hinauf. „Früher ging das auch nicht schneller“, erklärt Herr Genähr launig seinen Gästen. Am Rosterberg genießt die Reisegruppe den Blick über das weite Tal, bevor es wieder hinab zum letzten Haltepunkt der Reise geht, dem „Wandelparkplatz“ zwischen Lyz, Kreishaus und Telekom. Einem wichtigen Platz des Strukturwandels, wie Ursel zu erklären gibt.

Auch aktuelle Themen

Die ganze Tour wird von den beiden Kleinkünstlern mit Lieder, Gedichten und Reimen begleitet. Natürlich greift das Kabarett-Duo dabei auch aktuelle Themen auf. Neben kleinen Seitenhieben auf die B62n geben sie auch ein Wieder-Willkommenslied für die entdeckelte Sieg zum Besten. Besonders Ursel freue sich schon auf das Ergebnis, wenn die Flanierraupen weg sind und Planiermeile fertig gestellt ist.

Karten: 0271/ 404-1316 und 1317.

 
 

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