Ursache für Busunfall in Siegen vermutlich überhöhte Geschwindigkeit

Großeinsatz für die Rettungskräfte: In Siegen gab es am Morgen einen schwer Busunfall. Foto: Jürgen Schade
Großeinsatz für die Rettungskräfte: In Siegen gab es am Morgen einen schwer Busunfall. Foto: Jürgen Schade
Foto: Jürgen Schade, Siegen

Siegen. Die Ursache für den Busunfall in Siegen war nach Einschätzung der Polizei überhöhte Geschwindigkeit auf regennasser Fahrbahn. 30 Fahrgäste wurden verletzt. Die neun Schwerverletzten sind Schüler aus dem Nachbarort Wenden im Alter von 10 bis 17 Jahren. Die Linie R51 war mit Kindern und Jugendlichen auf dem Weg in ihre Siegener Schulen besetzt.

Der 47-jährige Fahrer war in den frühen Morgenstunden mit seinem Bus der Linie R51 von Meiswinkel in Fahrtrichtung Langenholdinghausen mit dem Ziel Geisweid und Siegen-Busbahnhof offenbar viel zu schnell unterwegs. Das sagten nach dem Unfall mehrere Fahrgäste aus. Kurz vor dem Ortseingang von Langenholdinghausen kam der Linienbus in einer Rechtskurve nach links von der Straße ab, touchierte ein Brückengeländer, schleuderte quer über die Fahrbahn und krachte mit voller Wucht in eine Böschung. Dabei bohrte sich das Führerhaus in die Straßenbegrenzung.

In dem Linienbus wurden Erwachsene und Schüler von ihren Sitzen geschleudert oder prallten mit dem Oberkörper gegen die Rückenlehne der Vordersitze. Hierbei erlitten viele Bauch- und Schleudertraumata sowie Rückenverletzungen. Neun Schwerverletzte aus medizinischer Sicht gab es laut Polizeiangaben. Alle stammen aus dem Nachbarort Wenden und sind Schüler im Alter von zehn bis 17 Jahren. Sie wurden mittlerweile wieder aus den Krankenhäusern entlassen. In dem verunglückten Bus saßen neben einigen Erwachsenen fast ausschließlich Schulkinder aus Wenden. Jeden Morgen fahren sie mit der Linie R51 zu ihren Schulen (Gymnasium, Gesamtschule, Berufskolleg) nach Siegen.

Großeinsatz für Siegener Rettungskräfte

Erst nachdem die ersten Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr eingetroffen waren, wurde das ganze Ausmaß des Unfalls mit den zahlreichen Verletzten offensichtlich. Die Leitstelle der Feuerwehr Siegen löste daraufhin für die Rettungskräfte „Massenanfall von Verletzten“ Stufe 1 aus. Daher machten sich nun auch neben Kreisbrandmeister Bernd Schneider, seinem Stellvertreter Uwe Saßmannshausen und dem Leiter der Feuerwehr Siegen, Matthias Ebertz, auch eine ganze Reihe von Notärzten sowie zahlreiche weitere Rettungswagen auf den Weg zum Unfallort.

Erwachsene und Kinder in Garage medizinisch versorgt

Diejenigen Erwachsenen und Kinder, die laufen konnten und nicht so arg verletzt waren, wurden in einer benachbarten Garage untergebracht und hier medizinisch versorgt. Rettungskräfte und Notärzte kümmerten sich derweil um die weiteren Verletzten in dem Bus. Bemerkens- und lobenswert bei den zahlreichen Helfern war, dass die gesamten Rettungsarbeiten ruhig und professionell abliefen, lobte Kreisbrandmeister Bernd Schneider. Die Verletzten wurden in Rettungswagen in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert. Die anderen Fahrgäste fanden, bis sie von Eltern oder Angehörigen abgeholt wurden, Unterschlupf im Feuerwehrgerätehaus Langenholdinghausen.

Eltern eilten zur Unfallstelle

Zahlreiche Eltern waren informiert worden und eilten zur Unfallstelle um ihre unverletzten Kinder abzuholen. Die Kreisstraße 8 war für mehrere Stunden voll gesperrt. Nach ersten Schätzungen dürfte sich der Sachschaden auf über 80 000 Euro belaufen. Die Untersuchung zum Unfallhergang dauern an. Der 47-jährige Busfahrer - er gilt als ortskundig - erlitt einen Schock und musste ebenfalls in ein Krankenhaus transportiert werden. Die Strecke, auf der der Bus verunglückt ist, war vor einem Jahr neu ausgeschrieben worden. Der Verkehrsbetrieb Lahn-Dill bekam den Zuschlag und bedient die Fahrtroute seitdem mit den Bussen eines Subunternehmers aus Meschede.

 
 

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