Uni Siegen informiert zu Flüchtlingen

Jens Plaum
Die Dreifach-Turnhalle der Uni Siegen auf dem Haardter Berg ist seit vergangenem Sonntag Notunterkunft für Flüchtlinge und Asylsuchende.
Die Dreifach-Turnhalle der Uni Siegen auf dem Haardter Berg ist seit vergangenem Sonntag Notunterkunft für Flüchtlinge und Asylsuchende.
Foto: WP
Uni-Leitung, Asta und DRK haben Beschäftigte und Studenten über die Situation der Flüchtlinge informiert, die in der Uni-Turnhalle untergebracht sind.

Siegen.  Zugleich beantworteten die Verantwortlichen Fragen. Eine Auswahl.

Wie lange bleiben die Menschen hier?
Die Dreifachturnhalle auf dem Haardter Berg ist eine Notunterkunft. Flüchtlinge und Asylsuchende sollen im Schnitt zwei bis drei Tage dort bleiben, sagte Nicole Reschke, eine Sprecherin der Hochschule. Ob es tatsächlich dabei bleibt, ist allerdings fraglich. Die Erstaufnahmeeinrichtungen in Bad Berleburg und Burbach zum Beispiel stoßen längst an ihre Kapazitätsgrenzen. „Wir müssen Tag für Tag hoffen, die Bedingungen sind natürlich nicht die allerbesten“, gestand sie. „137 Gäste sind es zur Zeit“, sagte DRK-Einsatzleiter Joachim Steinbrück. Davon sind 40 Kinder.

Werden noch Dolmetscher benötigt?
Der Asta ist noch immer auf der Suche nach Studenten, die mehr als nur Deutsch beherrschen, insbesondere Sprachen vom Balkan, zum Beispiel Albanisch, sagte Jan-Uwe Schmidt. Derzeit hätten sich etwa 80 Menschen nach einer Rundmail des Asta gemeldet. Der Kreis der Dolmetscher soll regelmäßig ausgetauscht werden. Denn die Freiwilligen würden nicht nur übersetzen.

Sie bekämen Geschichten und Schicksale zu hören, die belasten können.

Ist es wirklich nur eine Übergangslösung während der vorlesungsfreien Zeit?
Die Verantwortlichen äußerten sich vorsichtig zu dieser Frage. Angesichts von 5000 Flüchtlingen,die pro Woche nach NRW kommen, scheint das Konzept Übergangslösung fraglich zu sein.

Aber: Die Uni hatte der Bezirksregierung bereits Anfang des Jahres eigene Infrastruktur als Notquartier angeboten, jedoch nur während der vorlesungsfreien Zeiten. „Wir haben unser Wort gehalten“, sagte Vize-Kanzler Andreas Düngen, „wir gehen davon aus, dass die Bezirksregierung auch Wort hält“.

Sind die Menschen in der Turnhalle vor Übergriffen und Attacken geschützt?
„Es gibt ein Sicherheitskonzept“, sagte DRK-Einsatzleiter Joachim Steinbrück. „Den Inhalt werde ich natürlich nicht verraten.“ Zudem sei der vorbeugende Brandschutz verstärkt worden. „Wir haben versucht, an alle Dinge zu denken“, versprach er. Ähnlich präventiv äußerte sich ein Teilnehmer aus dem Publikum: „Wir werden jedweder Stimmungsmache Gegenwehr leisten.“

Wie sieht der Tagesablauf für die Flüchtlinge aus?
Der Tag beginnt in der Regel mit dem Frühstück um 8 Uhr und endet gegen 22 Uhr, wenn in der Halle die großen Deckenleuchten ausgeschaltet werden. Dazwischen ist jede Menge Zeit für Programm. Wir sind für Kurzweil dankbar“, betonte Joachim Steinbrück.

Kinder bekommen zum Beispiel Papier und Stifte zum Malen. Zudem stehen ihnen in den Abendstunden die Spielgeräte der benachbarten Kita zur Verfügung. Die Feuerwehr hat gemeinsam mit dem THW einen Sandkasten gebaut.

Freifunk Siegerland und das Zentrum für Informations- und Medientechnologie haben inzwischen Wlan installiert. Die studentische Initiative Refugees Welcome zeigt, was Weidenau zu bieten hat.

Und Joachim Steinbrück appellierte an Zuhörer, die allzu besorgt zu sein schienen: „Kommen Sie zu uns, reden Sie mit uns, wenn Sie meine Sorgen kennen und ich Ihre, gibt’s weniger Probleme.“

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