TVE darf „Vereins(t)raum“ auf der Haardt verwirklichen

Der TVE soll am Gymnasium bauen dürfen.
Der TVE soll am Gymnasium bauen dürfen.
Foto: WP

Netphen..  Der TVE Netphen darf seinen „Vereins(t)raum“ auf einem Grundstück hinter der Sporthalle des Gymnasiums verwirklichen. Das Votum für das Vereinsheim, das auch die Übungsräume für die bisher im angemieteten TVE-Gesundheitszentrum in der Talstraße angebotenen Kurse aufnimmt, fiel einstimmig. Eine Diskussion gab es nicht.

Im Hauptausschuss in der vorigen Woche hatte das noch anders ausgesehen. Dort hatten SPD, UWG und Bürgermeister für den vom TVE gewünschten Standort in geheimer Abstimmung nur eine knappe Mehrheit gefunden. Die CDU war — anders als noch im Februar – für einen Bauplatz oberhalb des Freizeitbades.

Demenzzentrum zum Freizeitbad?

Eher beiläufig verriet Manfred Heinz (SPD), warum auf einmal trotz schlechter Erschließung, fehlender Anbindung an den Nahverkehr und Verkehrsbelastung für die Anwohner nur noch der Standort auf der Haardt in Frage kommen könne. Heinz nahm die durch Grundstücksverkäufe verbesserte Jahresrechnung 2013 zum Anlass, über das „Hotelgrundstück“ am Freizeitbad zu sprechen, das der TVE sowieso nicht haben wollte: Die Stadt müsse „unbedingt recht zügig“ dem Gesundheitsservice Siegen (GSS) helfen. Das Tochterunternehmen des St. Marien-Krankenhauses, das in Netphen das Haus St. Elisabeth betreibt, müsse seine Pflegeeinrichtung für Menschen mit Demenz bauen können, „wenn nicht an der geplanten Stelle, dann an einer anderen, sehr schön exponierten“. Mit anderen Worten: Die Stadt richtet sich darauf ein, der GSS das einst für einen Hotelbau vorgesehene Grundstück am Freizeitbad anzubieten, wenn der Grundstückstausch in der Stadtmitte sich weiter verzögert. Geplant ist bekanntlich, dass die Bauunternehmung Demler in das neue Gewerbegebiet Im Bruch in Dreis-Tiefenbach zieht und GSS einen Teil der Netphener Fläche übernimmt.

Der TVE muss nun entscheiden, ob er das Grundstück auch wirklich annimmt. In nicht öffentlicher Sitzung setzte die SPD am Donnerstag zwar einen „Sozialabschlag“ auf den Erbpachtzins durch, allerdings nicht in der von dem Verein gewünschten Höhe. Der TVE hatte den Rat wissen lassen, dass eine Zusatzbelastung „jenseits eines dreistelligen Jahresbetrages“, also unter 1000 Euro, das Vorhaben gefährde. Zu dem mit 600 000 Euro kalkulierten Vorhaben zahlt die Stadt einen Zuschuss von 50 000 Euro.

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