Tarifkonflikt bei Celenus eskaliert

Nils Balke
In den Tarifverhandlungen für die Celenus-Klinik herrscht Stillstand. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite kommen nicht überein. Foto:Steffen Schwab
In den Tarifverhandlungen für die Celenus-Klinik herrscht Stillstand. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite kommen nicht überein. Foto:Steffen Schwab
Foto: WP

Hilchenbach.  Der Tarifstreit an der Celenus-Fachklinik für Neurologie spitzt sich zu. „Vielleicht muss dieser Konflikt so eskalieren, dass gar nichts mehr geht“, sagt Verdi-Bezirkssekretär Thomas Mehlin: „Das heißt Arbeitskampf.“

Seit mehreren Jahren versuchen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sich auf einen Gehaltstarifvertrag zu einigen – bislang erfolglos. Weil Celenus jetzt auf einzelvertragliche Lösungen drängt, traf sich die Tarifkommission der Gewerkschaft am Montag, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Ergebnis: „Wir lehnen Einzelverträge ab, wollen einen Tarifvertrag“, sagt Mehlin. Die Kommission vertrete in diesem Punkt eine „einhellige Meinung“.

Wenige Tage zuvor hatten Klinikdirektorin Susanne Halhuber und Rechtsanwalt Dr. Werner Hempel, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, die Belegschaft darüber informiert, dass die Forderungen der Tarifkommission nicht erfüllt werden könnten. Zur wirtschaftlichen Lage der Klinik seien bei der Versammlung Zahlen genannt worden, die nicht der Wahrheit entsprächen, berichtet Mehlin: „Was die Arbeitgeberseite erzählt, ist ein reines Lügenmärchen.“

Halhuber hatte bereits im November erklärt, die Klinik und die Arbeitsplätze dürften nicht gefährdet werden. Die Celenus-Klinik habe seit 2013 eine Personalkostensteigerung von acht Prozent geleistet und sei damit fast an der Grenze des Möglichen angelangt.

Jetzt sei die Belegschaft „sehr wütend“, die Beschäftigten hätten die Versammlung frühzeitig verlassen, sagt Mehlin: „Ich bin auch persönlich verärgert, denn ich habe ein großes Interesse an gegenseitigem Respekt und Wahrhaftigkeit.“ Celenus sagte einen für Montag anberaumten Gesprächstermin mit der Tarifkommission ab.

Übernahme durch Orpea

Zum Celenus-Konzern, der 2015 von der französischen Orpea-Gruppe übernommen wurde, gehören bundesweit 19 Kliniken. Hilchenbach liege in der Bezahlung „unter TVÖD“, andere Kliniken „sehr weit darunter“, sagt Mehlin. Der Arbeitgeber verfolge „eigentlich kein Interesse“, in Hilchenbach einen Tarifvertrag einzuführen. Auch deshalb, weil andere Celenus-Einrichtungen dieselbe tarifliche Forderung stellen könnten.

Die Gewerkschaft fordert bei der Gehaltseinstufung eine zweijährige Übergangsfrist und einen rückwirkenden Vertragsbeginn zum 1. Januar 2016. Forderungen, die Celenus nicht erfüllen will. „Wegen des ständigen Rückzugsverhaltens des Arbeitgebers während der Tarifverhandlungen“, so Verdi, herrsche weder bei der Entgeltordnung noch bei der -tabelle Einigkeit.