Südwestfalen-SPD tritt für Interessen der Region ein

Dirk Wiese, Willi Brase und Bernd Banschkus sprechen für die Südwestfalen-SPD. Gestern zum Beispiel in Kreuztal.
Dirk Wiese, Willi Brase und Bernd Banschkus sprechen für die Südwestfalen-SPD. Gestern zum Beispiel in Kreuztal.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Auch die SPD hat jetzt eine Struktur gefunden, um die Interessen der Region gemeinsam nach innen und außen zu vertreten. Willi Brase ist Sprecher der Südwestfalen-SPD.

Kreuztal. Die älteste Partei Deutschlands ist keine Sponti-Truppe. Gut sozialdemokratisch Ding will Weile haben. Und so hat es nach der CDU, nach Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden und in der Endphase der Regionale 2013 auch die SPD geschafft, sich südwestfälisch aufzustellen und eine Struktur zu schaffen, die mit einer Stimme für die Unterbezirke Hochsauerland, Mark, Siegen-Wittgenstein, Soest und den Kreisverband Olpe sprechen will. Und das ist zunächst die des Bundestagsabgeordneten Willi Brase aus Siegen-Wittgenstein.

In der Satzung nicht vorgesehen

„Wir haben uns wegen unserer Organisationsstruktur schwerer getan als die CDU“, erklärte der langjährige Gewerkschafter gestern bei einem Pressegespräch in Kreuztal. „Das war in der Satzung nicht vorgesehen.“ Aber dann habe die Regionale gezeigt, was gemeinsam erreichbar sei, parallel hätten sich Unterbezirke im Ruhrgebiet und im Münsterland zusammengetan. Vor allem aber durch die Infrastrukturdebatte - u.a. sechsspuriger Ausbau der A45, Weiterbau der A46, bessere Breitbandversorgung - sei klar geworden, dass Südwestfalen sich innerhalb der Partei und nach außen besser vernehmbar machen müsse, so Brase: „Die Regionen stehen in Konkurrenz, und da müssen wir unser Interesse noch deutlicher machen.“ Und das ist, das industrielle Herz von NRW im demografischen Wandel weiterzuentwickeln. „Wie können wir die Pendlerströme umdrehen - vom Ruhrgebiet nach Südwestfalen?“, fragt Dirk Wiese (HSK), einer der drei stellvertretenden Sprechern. Und Willi Brase gibt die sozialdemokratisch geprägte Antwort: „Durch gute Arbeitsverhältnisse. Das sollte das Markenzeichen Südwestfalens werden. Für befristete oder Mini-Jobs, für Leiharbeit oder Praktika kommt niemand aus anderen Regionen zu uns.“

Südwestfalenausschuss heißt das neue Regionalgremium der SPD. In dem sind die Vorsitzenden der vier Unterbezirke und des Kreisverbandes Olpe vertreten, die Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktionen, die fünf Bundestagsabgeordneten, die sieben Landtagsabgeordneten, die Europaabgeordnete und der Vorsitzende der Regionalratsfraktion Arnsberg. Und dieser Ausschuss hat einen Sprecherkreis gewählt. Zu dem gehören noch der Landtagsabgeordnete Michael Scheffler (MK), die Landtagsabgeordnete Marlies Stotz (Soest) sowie, zuständig für Finanzen, Bernd Banschkus (Olpe). Und was bereden die jetzt gemeinsam? Derzeit planen sie etwa für Anfang 2014 ist eine Konferenz zur wirtschaftlichen Situation, mit Landeswirtschaftsminister Duin als Gast.

„Wir möchten dazu beitragen, einen Dialog für die Zukunft der Region anzustoßen“, sagt Brase. Und zu der Zukunft gehöre es eben auch, dass Südwestfalen von seinen 1,4 Millionen Bürgern bis 2030 mehr als zehn Prozent verlieren werde: 145 000. Das entspreche der Einwohnerzahl des Kreises Olpe. Deshalb sei es dringend erforderlich, die Region für junge Familien attraktiver zu gestalten. Große Entwicklungspotenziale für den Arbeitsmarkt sieht die SPD im Ausbau der Gesundheitswirtschaft und im sanften Tourismus.

Regionale fortentwickeln

Ein großer Schritt auf dem Weg, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen ist für die südwestfälische SPD die Regionale 2013. „Jetzt gilt es, diesen Prozess zu nutzen und fortzuentwickeln“, sagt Brase. Und Banschkus betont: „Die Probleme machen nicht vor Kreisgrenzen halt.“ Aber die südwestfälische SPD, knapp 10 000 Mitglieder stark, will nicht nur über Probleme reden. Sondern auch über Stärken. „Wir leben dort, wo andere Urlaub machen“, heißt es deshalb im Pressedossier. Kein ganz frischer Spruch. Aber eben von einer Partei mit Tradition.

 
 

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