Stufenweise zur schöneren Mitte

Foto: WR

Siegen.. Die neuen Ufer in der Innenstadt werden sich selbst bei Dunkelheit sehen lassen können. Stufen und Uferweg, die im Zuge des Projekts „Siegen – Zu neuen Ufern“ am Fluss entstehen werden, sollen tiefliegende, lange Schlitzleuchten flächig anstrahlen; Bodenlampen werden die Bäume von unten anleuchten, so dass ein indirektes, weiches Licht entsteht. Das geht aus der rund 100-seitigen „Zusammenfassung der Bemusterungsreihe zur Verkehrsflächengestaltung“ hervor, in der die Details für die Umgestaltung der Innenstadt aufgeführt sind.

Der Arbeitskreis, den der Rat der Stadt zur Begleitung des Regionale-Projekts „Siegen – Zu neuen Ufern“ einrichten ließ, macht darin konkrete Vorschläge für die gestalterischen Einzelfragen des Vorhabens – von Bodenbelägen und Beleuchtung bis zu Brücken und Bepflanzung.

Kostenkontrolle durch
alternative Lösungen

Die Gruppe, der als stimmberechtigte Mitglieder Vertreter der Rats-Fraktionen und in beratender Funktion unter anderem Mitarbeiter der Verwaltung angehören, wählte dafür aus den Vorschlägen der mit dem Projekt betrauten Planungsarbeitsgemeinschaft Loidl/BPR (Beraten – Planen – Realisieren) aus. Diese hatte für jeden Punkt Varianten erarbeitet, „die sicherstellen, dass die gestalterische Gesamtkonzeption des Wettbewerbsentwurfes erhalten bleibt“, wie es in einer Vorlage dazu heißt. Der Bezirksausschuss Siegen-Mitte soll den Katalog des Arbeitskreises am 15. Juni zur Kenntnis nehmen, der Bauausschuss soll ihn am 27. Juni beschließen.

Weitere Ziele sind laut Vorlage eine rasche Umsetzung, um die Einschränkungen für Verkehr und Handel gering zu halten, und die Einhaltung des ursprünglich festgelegten Baukostenrahmens von rund 11,4 Millionen Euro. Sichergestellt werden soll dies durch unterschiedlich teure Alternativlösungen in den einzelnen Bereichen: In vielen Fällen gibt es eine Variante A und eine Variante B in den Unterlagen.

Der Arbeitskreis blieb mit seinen Vorschlägen auch bei seiner favorisierten Gesamtlösung etwa 15 000 Euro unter dem Budget. Sollten die realen Kosten an manchen Stellen allerdings höher liegen als geschätzt, gibt es dafür an anderen Stellen günstigere Varianten – die Chance zum Ausweichen ergibt sich dadurch, dass die Gesamtmaßnahme in sieben zeitversetzte Einzelausschreibungen aufgeteilt wird. Durch die A- und B-Pläne verfügt die Stadt laut Vorlage über einen Puffer von fast 284 000 Euro. „Das ist aus unserer Sicht ein guter Rahmen“, sagte Stadtbaurat Michael Stojan im Gespräch mit unserer Redaktion.

Für Bahnhofstraße, Sandstraße und die Kölner Straße bis zum Dicken Turm sind im Katalog kleinformatige Bodenplatten vorgesehen. Die zentralen Bereiche um die Sieg herum sollen ein „Granit-Kleinsteinpflaster“ erhalten.

19 neue Bäume
säumen die Sandstraße

Der Granit erfordere zwar „hohen Unterhaltungsaufwand“, heißt es in der Vorlage, vermittele aber auch „eine hohe Wertschätzung gegenüber der städtischen Mitte, imaginiert Historizität und ist mithin auch touristisch attraktiv“.

Acht Bäume auf der Bahnhofstraße, unter anderem drei der vier an der Grenze zum Scheinerplatz, werden gefällt, zudem je einer an der Sandstraße und an der Kölner Straße. Die Innenstadt wird trotzdem grüner: Im Verlauf der Bahnhofstraße werden acht neue Bäume gepflanzt, acht weitere auf der Stufenanlage an der Sieg und insgesamt 19 an der Sandstraße.

 
 

EURE FAVORITEN