Straße und Schiene vernetzen

Spatenstich für das neue Containerterminal: Landrat Andreas Müller (4. v. links) verspricht infrastrukturelle Vorteile für die heimische Wirtschaft.
Spatenstich für das neue Containerterminal: Landrat Andreas Müller (4. v. links) verspricht infrastrukturelle Vorteile für die heimische Wirtschaft.
Foto: WP

Kreuztal.  Ein Spatenstich? Kein Problem. Einen großen Bagger bedienen? Schon eher. Zumindest für den, der es nicht gelernt hat. Alexander Brand aber weiß offenbar, wie das funktioniert. Der Geschäftsführer der Firma Franke Blefa nahm gleich das Steuer in die Hand und lenkte die Baggerschaufel über die Baustelle, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Sein Unternehmen verkaufte an der Hüttenstraße in Kreuztal ein 9600 Quadratmeter großes Grundstück, damit dort das neue Containerterminal der Kreisbahn Siegen-Wittgenstein (KSW) entstehen kann.

Gestern war offizieller Baubeginn. Kostenvolumen des Großprojekts: rund 8 Millionen Euro. Über 5,7 Millionen Euro zahlt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), dem zur Förderung des kombinierten Verkehrs mehr als 90 Millionen Euro jährlich zur Verfügung stehen. Der Schwerlastverkehr wird im neuen Kreuztaler Terminal von der Straße auf die Schiene verlagert. Güterzüge transportieren die für den Export vorgesehenen Produkte der heimischen Industrie zu den Überseehäfen. „Das ist effizienter und umweltfreundlicher“, sagt Birgitta Worringen vom BMVI. „Es geht um eine optimale Vernetzung der Verkehrsträger.“

45 000 Verladungen pro Jahr

Bis zu 150 Lkw sollen täglich die Container in Kreuztal anliefern. Pro Jahr soll es 45 000 Verladungen geben. Kreisbahn-Geschäftsführer Martin Lauffer hebt die Bedeutung des neuen Terminals für Südwestfalen hervor: „Es die stärkste Wirtschaftsregion in Nordrhein-Westfalen und eine der stärksten Deutschlands. Bisher sind die meisten Container von hier auf der Straße zu anderen Terminals transportiert worden. Jetzt aber hat die heimische Wirtschaft die Möglichkeit, dieses Terminal zu nutzen.“ Auch Landrat Andreas Müller spricht von einer „wesentlichen Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur für die verladende Wirtschaft“.

Lauffer rechnet mit einer Bauzeit von rund sechs Monaten. „Das hängt aber natürlich auch vom Wetter ab.“ Im Frühjahr 2016 soll die neue Anlage mit zwei Umschlaggleisen, einem Abstellgleis sowie einer 210 Meter langen und rund zwölf Meter hohen Schallschutzwand stehen. Sie soll vermeiden, dass vor allem die Bürger in der angrenzenden Mühlbergsiedlung durch Lärm gestört werden.

„In Düsseldorf Gehör finden“

Diskussionen hatte es wegen des Namens gegeben. Die neue Anlage soll „Containerterminal Südwestfalen“ heißen. Warum nicht etwa „Containerterminal Kreuztal? „Es ist ein politischer Wille dieser Region, bei der Landesregierung in Düsseldorf Gehör zu finden als ein Zusammenschluss der in Südwestfalen beheimateten Kreise“, erklärt Martin Lauffer. Der Kreisbahn-Geschäftsführer stellt klar: „Das soll keineswegs ein Affront gegen Kreuztal sein.“

Depenbrock baut Containerterminal

Die Firma Depenbrock aus Stemwede erhielt den Bauauftrag für das Terminal nach einer europaweiten Ausschreibung.

Das Terminal erfordert die teilweise Überbauung der Hüttenstraße. Ein Flächenaustausch mit der Stadt Kreuztal und die Übergabe durch die KSW wurde vereinbart.

 
 

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