Stolpersteine in Boschgotthardshütten

Weidenau..  Die Blue Box (der Stadtjugendring Siegen) und das Aktive Museum Südwestfalen (AMS) verlegen am Donnerstag, 9. Juni, um 18 Uhr in Boschgotthardshütten unter der Hüttentalstraße die Stolpersteine 97 und 98. Die beiden Steine erinnern an das Schicksal von Berta Hoppensack (1875-1941) und ihrem Sohn Otto (1902-1941), die die längste Zeit ihres Lebens in Boschgotthardshütten Nummer 9 verbrachten und Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde wurden.

Hinweis durch Notizzettel

Durch einen Notizzettel des aus Boschgotthardshütten stammenden Wilhelm Fries (1901-2000) mit fünf Namen von Weidenauer Opfern der Nationalsozialisten erhielt das AMS davon Kenntnis. Die Spenderin der Steine möchte nicht namentlich genannt werden. An der Verlegung nehmen – wie bei Lina Althaus, einem der fünf Opfer – Schüler und Schülerinnen des Evangelischen Gymnasiums Siegen-Weidenau teil. Teilnehmen wird auch die israelische Schülergruppe aus Ramot Yam, die bis 11. Juni dort zu Gast ist.

Berta Hoppensack führte nach dem Tod ihres Gatten Otto im Jahre 1923 das Restaurant im Haus Boschgotthardshütten Nummer 9 bis Anfang der 1930er Jahre fort. Die Gaststätte lag auf dem Weg der Bergleute, die in die Schachtanlage II (Ludendorffschacht; auf dem Gelände wurde vor über 50 Jahren das Gymnasium errichtet) einfuhren. Berta Hoppensack wurde im Mai 1937 in die Provinzialheilanstalt Warstein eingeliefert. Gemeinsam mit Theresia Dornseiffer, einem weiteren Opfer aus Weidenau, wurde sie am 27. Juni 1941 zunächst nach Herborn und dann nach Hadamar verlegt. Am 18. Juli 1941 wurden sie mit weiteren Opfern vergast.

Sohn Otto Hoppensack litt an einer lähmenden Nervenkrankheit und wurde deshalb am 10. Juni 1941 in Warstein eingeliefert. Er verstarb am 16. Juli 1941 durch Suizid. Die überlebende Schwester Helene lebte zuletzt in der Blücherstraße. Sie wurde Anfang Februar 1946 dort abgemeldet. Der Verbleib ist unbekannt. Nachforschungen haben ergeben, dass die drei Mitglieder der Familie Hoppensack als „verrückt“ eingeordnet worden waren.

 
 

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