Stiftung will für Philharmonie in Siegen bauen

Die Philharmonie Südwestfalen ist - noch - in Hilchenbach zu Hause.
Die Philharmonie Südwestfalen ist - noch - in Hilchenbach zu Hause.
Foto: WP

Siegen/Hilchenbach.  Eine Stiftung, die von der Sparkasse Siegen und Bauunternehmungen errichtet wird, soll Bauherrin des Probenhauses für die Philharmonie Südwestfalen werden, das am Rande des neuen Uni-Campus im Bereich des ehemaligen Stadtkrankenhauses entstehen soll. Das hat der Kulturausschuss des Kreistags jetzt in nicht öffentlicher Sitzung auf Anfrage der CDU-Fraktion erfahren. Kulturreferent Wolfgang Suttner nannte auf Nachfrage dieser Zeitung keine Details zu dem Vier-Millionen-Objekt, das – formal – kein Bauvorhaben von Kreis oder Philharmonie ist, die später als Mieter auftreten wird.

Die Philharmonie Südwestfalen ist seit ihrer Gründung als „Siegerland-Orchester“ in der Hilchenbacher Schützenhalle zu Hause – wo sie nach dem Willen der Stadt Hilchenbach auch bleiben soll. Das hatte zuletzt auch noch einmal Hans-Peter Hasenstab bekräftigt, der als Hilchenbacher Bürgermeister dem Vorstand des Philharmonie-Trägervereins angehört. Aus diesem Grund sollte auch die ehemalige Dahlbrucher Hauptschule der Philharmonie nicht länger angeboten werden. Sie war als „Haus der Musik“ – unter diesem Arbeitstitel wird jetzt auch das Probenhaus am Siegener Obergraben geführt – Teil des Regionale-Projekts „Kultureller Marktplatz Dahlbruch“. Der Hilchenbacher Rat entschied, das Schulgebäude zu verkaufen. Jetzt wird es Notunterkunft für Geflüchtete.

Budget zu knapp für Siegen?

Der Hilchenbacher Schützenverein als Eigentümer der Halle hatte vor nunmehr einem Jahr daran erinnert, dass er der Philharmonie die Investition in einen Erweiterungsbau angeboten habe. Darauf habe der damalige Intendant nicht geantwortet. Der Verein warb mit dem „recht günstigen Mietzins“. Bei der Entscheidung für einen Umzug nach Siegen dürften die Kosten eine wichtige Rolle spielen; von der Höhe des Mäzenaten-Beitrags der Stiftung wird es abhängen, ob die Miete in Siegen für das knappe Budget der Philharmonie erschwinglich bleibt.

Wolfgang Suttner, der gemeinsam mit Landrat Andreas Müller und Hilchenbachs Bürgermeister Holger Menzel den Vorstand bildet, verweist auf den Wunsch der Musiker nach verbesserten Arbeits- und Probenbedingungen, den das Siegener Probenhaus erfüllen könnte: „Die Musiker wünschen sich, dass es kommt.“ Und daran, so Holger Menzel, werde die Stadt Hilchenbach nichts ändern, wenn in Siegen die Investition gestemmt werde: „Wir sind dann nur noch Zuschauer.“ Dass es die Musiker aber insgesamt aus Hilchenbach wegziehe, glaubt Menzel nicht: „So einheitlich ist das Bild nicht.“

Aktives Museum in Warteschleife

In der Warteschleife ist das andere Projekt in der Nachbarschaft: Der Kulturausschuss vertagte die Entscheidung über den Kreiszuschuss für die Erweiterung des Aktiven Museums, das das Obergeschoss des ehemaligen Hochbunkers, der auf den Mauern der von den Nazis zerstörten Synagoge steht, zusätzlich übernehmen kann. 180 000 Euro sollen Stadt und Kreis übernehmen, 420 000 Euro bezahlt das Land. Der Kreis tut sich noch mit der vertraglichen Situation schwer: Eigentümer des Gebäudes ist weder Stadt noch Kreis, sondern eine von Baufirmen getragene Investorengesellschaft.