Standbein im Siegerland

Kreuztal.  Er war jahrelang das Gesicht der Kreuztaler Kultur, bis er zum Kulturdezernenten Bochums ernannt wurde. Inzwischen ist er Stadtdirektor und weiter für Kultur zuständig. Jetzt begleitete er „sein“ Schauspielhaus zu einem Gastspiel ins Apollo-Theater. Im Gespräch mit Siegens Theatermachern Magnus Reitschuster und Jan Vering gab er Einblicke in seine jetzige Tätigkeit. In Bochum, so Townsend, habe Kultur „eine unumstrittene Rolle“. Gerade entsteht dort ein neues Konzerthaus für die Symphoniker — in Kreuztal durfte er mit Stadthalle und Dreslers Park neue Veranstaltungsorte mit Leben füllen.

In Kreuztal viel gelernt

„Nach wie vor“ habe seine Familie eine Wohnung im Siegerland, berichtete Townsend, der 1979 als Stadtjugendpfleger bei der Stadt Kreuztal begann, Kulturreferent wurde und später Kulturamtsleiter, bevor er 2007 zum Beigeordneten in Bochum gewählt wurde. Die Kulturszene im Siegerland verfolge er weiter, häufig tausche er sich mit seinem Nachfolger Holger Glasmachers aus. „Der macht eine hervorragende Arbeit“, sagt der 62-Jährige. „Ich habe in Kreuztal viel gelernt, was ich in Bochum gut gebrauchen kann. Nur die Dimensionen sind andere. Als Kulturdezernent in Bochum hatte ich 1000 Mitarbeiter.“

Das aber ist nicht der einzige Unterschied. „Ich hatte im Siegerland am Anfang vorwiegend mit Leuten der Hochschule zu tun“, erinnert sich der gebürtige Winterberger, „ich habe zehn Jahre gebraucht, um ,echte Siegerländer’ kennenzulernen.“ In Bochum dauerte das sechs Wochen.“