„Sinnvoller und normaler Eingriff“

Das vom Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen ernannte Brustzentrum Siegen-Olpe erfüllt die hohen Zulassungsvoraussetzungen als Zentrum in der Region.
Das vom Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen ernannte Brustzentrum Siegen-Olpe erfüllt die hohen Zulassungsvoraussetzungen als Zentrum in der Region.
Foto: Stoffers, Marienkrankenhaus
Mastektomien sind keine Eingriffe nur für reiche und schöne Frauen. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden war diese Vorsorge-OP, bei der beide gesunden Brüste entfernt und neu aufgebaut werden, durch die Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie. Im Brustzentrum Siegen können Frauen sich testen lassen.

Siegen-Wittgenstein/Olpe..  Dr. Volker Müller, Chefarzt der Gynäkologie am Jung-Stilling und am Brustzentrum Siegen-Olpe, sagt: Ein absolut sinnvoller und normaler Eingriff.

Jolies Bekenntnis hatte Kontroversen ausgelöst: Bei ihr war kein Brustkrebs ausgebrochen, dennoch amputieren? Ja, sagt Müller, denn wer genetisch vorbelastet ist, bei dem ist es wahrscheinlich, an Brustkrebs zu erkranken, beispielsweise wenn Mutter und Schwester Brustkrebs hatten. Natürlich gehen dem umfangreiche Voruntersuchungen voraus. „Es gibt einen Abfragekatalog, wird ein bestimmter Schwellenwert überschritten, kann die Mastektomie eine Option sein.“

Dabei wird die Brustdrüse der gesunden Brust vollständig entfernt, Haut und Warzenhof aber erhalten und die Brust mit Eigengewebe aus Bauch, Po oder mit Silikonimplantaten wieder aufgebaut. „Das zahlt die Kasse“, sagt Chefarzt Müller, denn es handelt sich mitnichten um eine Spinnerei, den sich prominente Frauen leisten wie eine Botox-Spritze.

„Die Amerikaner waren schon immer großzügiger als wir Europäer wenn es darum ging, vorsorglich eine Brust zu amputieren“, sagt der Gynäkologe – siehe Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie. Hierzulande wurde eher intensiv überwacht, um bei Ausbruch sofort reagieren zu können. Aber der Trend hat sich gewandelt.

Erhöhte genetische Vorbelastung

Wird an einem der drei Standorte des Brustzentrums (Frauenkliniken des Jung-Stilling-Krankenhauses, des St. Marien-Krankenhauses und des St. Martinus-Hospitals Olpe) eine erhöhte genetische Vorbelastung festgestellt, können die Mediziner an ein Klinikkonsortium in Köln überweisen, das als eines von wenigen in Deutschland auf diese Art des Eingriffs spezialisiert ist. „Als präventive Maßnahme werden dann in Abstimmung mit der Patientin oft auch die Eierstöcke entfernt, weil sich der Krebs nach der Brust häufig im Unterleib ausbreitet“, sagt Müller.

Anders liegt der Fall, wenn eine Frau bereits Brustkrebs hatte und Gewebe entfernt wurde. „Dann ist das Kind in den Brunnen gefallen und es macht keinen Sinn mehr, präventiv nach der linken auch noch die rechte Brust zu entfernen“, so der Gynäkologe.

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