Siegener Tafel am Rande ihrer Kräfte - Immer mehr Bedürftige

Die Siegener Tafel kommt an ihre Belastungsgrenze.
Die Siegener Tafel kommt an ihre Belastungsgrenze.
Foto: Jens Plaum
Die Siegener Tafel steht vor großen Herausforderungen. Woche für Woche nehmen immer mehr Menschen die Hilfe der Organisation in Anspruch. Die Tafel ist am Rande ihrer Kräfte.

Siegen.. Rund 5000 Menschen pro Woche kommen zu der Ausgabe in der Bismarckstraße in Siegen. Darunter seien immer mehr alte Menschen, aber auch Flüchtlinge. „Im Moment kommen circa 15 Flüchtlinge pro Woche, darunter auch große Familien“, sagt Tafel-Pressesprecherin Sybille Klein.

80 Tonnen Lebenmittel pro Woche

80 Tonnen Lebensmittel verteilt die Tafel pro Woche. Die Helfer müssen eine „wahnsinnige Logistik“ stemmen, so Klein. Sie vergleicht die Organisation mit einem „mittelständischen Unternehmen.“ 114 Ehrenamtliche engagieren sich, 60 Männer sammeln Lebensmittel. Vier Mitarbeiter sind auf 400-Euro Basis angestellt. Ein Mitarbeiter ist hauptberuflich bei der Hilfsorganisation tätig, organisiert die Abholung, den Transport und die Verteilung.

Täglich sind neun Männer mit Kühlsprintern unterwegs zu den Supermärkten. An drei Tagen in der Woche fahren sie auch nachmittags durch Siegen, reißen hunderte Kilometer herunter. Die Supermärkte kooperieren schon lange erfolgreich mit der Tafel. „Wir bekommen tolle Sachen und manchmal sortieren die Mitarbeiter die Sachen auch schon für uns“, sagt Sybille Klein.

Sie ist dankbar für die gute Zusammenarbeit. Trotzdem macht sie sich Sorgen, denn durch den wachsenden Zuspruch kann die Tafel den Bedarf nicht mehr lange decken. „Wir sind am Rande unserer Kräfte. Wenn immer mehr Menschen zu uns kommen, müssen wir umdenken und eben weniger Lebensmittel verteilen“, sagt Sybille Klein. Momentan bekommen die Kunden Rationen für vier Tage. Bald werden sie vielleicht auf zwei Tage angepasst.

Gerechte Verteilung wird schwierig

Sybille Klein weiter: „Wir wollen für eine gerechte Verteilung sorgen, aber wenn nicht genügend Lebensmittel da sind, dann haben wir keine andere Wahl als die Ausgabe anders zu strukturieren.“

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