Siegener Bürger sollen über Berliner Bär bestimmen

Die Bürger sollen ihre Meinung sagen, ob der Berliner Bär ans Kölner Tor zurückkehren soll.
Die Bürger sollen ihre Meinung sagen, ob der Berliner Bär ans Kölner Tor zurückkehren soll.
Foto: Partnerschaftsverein
Die Bürger sollen ein Meinungsbild abgeben, wo der Berliner Bär stehen soll: Zur Auswahl stehen der Verwaltungsvorschlag (City-Galerie) und der Bereich Kölner Tor/Kölner Straße.

Siegen..  Der Hauptausschuss soll dafür am Mittwoch, 29. April, die Weichen stellen. Damit folgte die Mehrheit im Kulturausschuss einem erst am Dienstag formulierten Antrag der Jamaika-Koalition. Vorher gab es eine emotionalen Debatte, in der die Verwaltung zum Teil hart kritisiert wurde.

„Unsensibel mit der Partnerschaft“

Was wir der Verwaltung vorwerfen ist, wie unsensibel sie mit der Partnerschaft umgeht“, sagte etwa Günther Langer (UWG) und spielte auf Patenschaften der Stadt Siegen für erholungsbedürftige Kinder aus Berlin an, die in der Nachkriegszeit zu Hunderten zu Gast waren und sich von der Zeit im blockierten Berlin erholten. Der Berliner Bär ist als Zeichen dieser Verbundenheit ein Geschenk aus Spandau von 1974. Ausschussvorsitzende Traute Fries (SPD) meinte, die Brisanz in der Standortfrage sei schlicht verkannt worden.

Stadtbaurat Michael Stojan warnte indes davor, einseitig Richtung Kölner Tor zu denken. Das Umfeld sei im Zuge der Umgestaltung verändert worden, so dass der Bär dort nicht mehr hin passe. Das regte Bärbel Gelling (Grüne) zu der Kritik an, weshalb der Standort nicht vor Beginn der Arbeiten geklärt worden sei. Stojan konterte: „Wir haben den Bereich auch auf Grundlage eines Beschlusses geplant.“ Damit spielte er wiederum auf ein Votum des Kulturausschusses vom Mai 2013 an. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte das Gremium gegen eine Rückkehr des Bären zum Kölner Tor votiert..

UWG-Mann Langer hält diesen Beschluss ohnehin für „rechtlich nicht haltbar“. Auch Linken-Fraktionschef Martin Gräbener „zweifelt die Rechtmäßigkeit an“. Eine Abstimmung in einer solchen Frage verstoße gegen die Gemeindeordnung des Landes und gegen die Geschäftsordnung der Stadt.

Mit der Stimme der UWG wurde de schließlich der Jamaika-Antrag angenommen. Es soll ein Online-Voting geben und die Möglichkeit, auf Papier abzustimmen. Das exakte Procedere steht noch nicht fest. Die für Kultur zuständige Beigeordnete Babette Bammann gab zu bedenken, dass online Menschen mehrfach abstimmen könnten. „Das ist problematisch, weil das Ergebnis verfälscht werden könnte.“

Die SPD hätte ohnehin am liebsten sofort entschieden, dass der Bär zum alten Ort zurückkehrt. „Das Meinungsbild gibt es“, so Corinna Schliefenbaum. In Leserbriefen, bei Facebook und auf andere Art habe eine klare Mehrheit der Bürger fürs Kölner Tor votiert.

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