Segelflugzeug stürzt bei Landung in Siegen ab

Heck und Tragfläche werden bei dem Sturz beschädigt. Der Pilot bleibt zum Glück unverletzt.
Heck und Tragfläche werden bei dem Sturz beschädigt. Der Pilot bleibt zum Glück unverletzt.
Foto: Jürgen Schade
  • Windböe erfasst Segelflugzeug kurz vor der Landung auf der Eisernhardt
  • Maschine prallt auf Böschung und bricht am Heck auseinander
  • Pilot bleibt unverletzt, Flugplatzfest kann fortgesetzt werden

Eiserfeld.. Das hätte auch böse ins Auge gehen können: Ein Kunstflug-Segelflugzeug ist beim Flugplatzfest auf der Eisernhardt am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr im Landeanflug über die Landebahn hinausschossen und seitlich gegen einen Eisenpfahl gekracht. Dabei wurde das Flugzeug in zwei Teile gerissen.

Das Wetter war durchaus windig, aber nicht zu windig, dass Flugzeuge beim Flugplatzfest des Luftsportvereins (LSV) Siegerland starten und landen konnten. Der erfahrene Kunstflugpilot vom Segelflugclub Betzdorf-Kirchen hatte Glück im Unglück, als er mit seinem Flieger, Modell „Lo 100“ landen wollte. Er setzte mit seinem Segelflugzeug gerade zur Landung an, als das Flugzeug zu viel Rückenwind bekam und zum Ende der Landebahn hin zur Seite gedrückt wurde.

Leicht schräg stehend krachte das Segelflugzeug mit einem lauten Knall in die Böschung und gegen einen etwa einen Meter hohen Stahlmast der Flugplatzumzäunung. Durch diesen Aufprall wurden das Heck der Maschine komplett abgerissen und die rechte Tragfläche beschädigt. Nur wenige Meter neben der Unfallstelle waren zum Glück Einsatzkräfte der Feuerwehr Eisern sowie die Helfer vom Malteser-Hilfsdienst vor Ort, sie rannten sofort zur Unfallstelle und befreiten die Piloten.

Neue Zulassung erst am Vortag

Dr. Eberhard Kühn, Mitglied im LSV Siegerland, konnte keine Verletzungen bei dem Piloten feststellen – ein verhältnismäßig glimpflicher Ausgang des Unfalls. Dennoch wurde das Bundesluftfahrtamt darüber informiert. Das Kunstflug-Segelflugzeug „Lo 100“ aus dem Jahre 1957 hatte in den vergangenen sechs Monaten im Hangar gestanden und war komplett generalüberholt worden. Erst am Freitag, einen Tag vor dem Unfall, hatte es die neue Flugzulassung bekommen und war somit technisch auf dem neuesten Stand.

Nach dieser kleinen Unterbrechung konnte das Flugplatzfest dann bei strahlendem Hochsommerwetter weitergehen. „Das Fest ist ausgerichtet auf den 75. Geburtstag des Oldtimer-Doppeldeckers „Emmi“, so der Vorsitzende des LSV Siegerland, Marco Berners. Mehrere befreundete Piloten waren aus diesem Anlass mit ihren Flugzeugen auf die Eisernhardt gekommen – darunter ein russischer Oldtimer, eine JAK aus Gelnhausen.

Premiere für Simulator

Zum Programm gehörten verschiedene Flugvorführungen von Segel- und Motorkunstfliegern. Rundflüge mit „Emmi“ waren quasi dauerhaft ausgebucht – beste Gelegenheit, um sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und dabei die heimatliche Region bei bestem Wetter aus der Luft zu bewundern. Zum ersten Mal war beim Flugplatzfest der Segelflugsimulator der Luftsportjugend des Deutschen Aeroclubs NRW auf der Eisernhardt im Einsatz. Jugendleiter Luka Aberle: „Interessierte können Segelfliegen ,trocken’ üben. Dabei sitzt man in einem ausrangierten Segelflugzeugcockpit, um die richtigen Handgriffe zu lernen.“

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