Schuldiskussion kommt in Fahrt

, wo die Verwaltung mehrere Optionen und Modelle für die Lösung der anstehenden Probleme im Grundschulbereich vorstellte. Anschließend kamen Fragen aus dem Publikum.
, wo die Verwaltung mehrere Optionen und Modelle für die Lösung der anstehenden Probleme im Grundschulbereich vorstellte. Anschließend kamen Fragen aus dem Publikum.
Foto: WR

Kreuztal. Die gute Nachricht kam zum Schluss: In Kreuztal muss in den nächsten fünf Jahren keine weitere Grundschule geschlossen werden. Wohl aber wird es erforderlich, nach Ende des gerade begonnenen Schuljahres 2011/12 die Verteilung der Eingangsklassen auf die verbleibenden sechs (von ehemals acht) Schulen neu zu regeln. Denn Krombach wird 2012 geschlossen; Eichen und Littfeld bilden dann eine Verbundschule.

Deshalb hatte die Stadtverwaltung Eltern und Lehrer der Kreuztaler Grundschulen zu einem Informationsabend in der Stadthalle gebeten. Einige hundert Väter und Mütter nahmen diese Einladung an. Schuldezernent Dieter Loske stellte ihnen verschiedene Optionen vor, die sich aus der fortschreitend sinkenden Zahl der Lernanfänger ergeben.

Da die Schließung von Schulen entfällt und die Verwaltung auch von der Wiedereinführung der 2008 abgeschafften Schulbezirke nichts hält, können die notwendigen „schulorganisatorischen Maßnahmen“ nur in der Festlegung der Zügigkeit (Zahl der Eingangsklassen) oder in der Bildung von weiteren Grundschulverbünden bestehen.

Bezirke sind
nicht mehr angesagt

Es kristallisierte sich an diesem Abend aber heraus, dass die Karten lediglich zwischen den Grundschulen Kreuztal, Fellinghausen und der katholischen Grundschule auf dem Dörnberg neu gemischt werden. Als Alternativen gab es nur zwei Modelle, die beide vorsahen, der Gemeinschaftsgrundschule am Ziegeleifeld drei Eingangsklassen zuzuschlagen.

Einzügig bliebe allemal die Grundschule Fellinghausen, die auf Grund der erwarteten Anmeldezahlen in den nächsten Jahren gut ausgelastet sein wird. Zudem findet dort auch gemeinsamer Unterricht mit behinderten Kindern statt. Überdies würde die Stärkung des Standorts auch die Wiederbesetzung der seit zwei Jahren vakanten Schulleiterstelle ermöglichen. Einen Zug abgeben müssten daher – wahlweise – Kredenbach oder die katholische Grundschule, wobei bei Kredenbach die Nachteile überwiegen (siehe auch weiteren Bericht auf dieser Seite).

Die derzeit zweizügige Gemeinschaftsgrundschule am Ziegeleifeld hingegen führt Klage, dass sie zur „Ghettoschule“ zu werden droht, da aus ihrem Einzugsbereich viele (deutsche) Kinder an der katholischen Schule angemeldet werden. Am Ziegeleifeld werden derzeit überproportional viele Schüler (73 Prozent) mit Migrationshintergrund unterrichtet.

Zügigkeit löst nicht
alle Probleme

Kurz vor Schuljahresende im Frühsommer schien sich mangels Anmeldungen fast Einzügigkeit anzubahnen.

Die auf zwei Züge festgelegte katholische Schule platzt aus allen Nähten, während in der größten Schule in der Stadtmitte Leerstände drohen. Andererseits ist die katholische Grundschule Angebotsschule für das ganze Stadtgebiet und kann Kinder von überall aufnehmen.

Dem könnte die Stadt nur „entgegensteuern“, wenn die politischen Gremien für die Bekenntnisschule auf dem Dörnberg die Einzügigkeit festlegen würden.

Dann würden wirklich nur die katholischen Kinder dort aufgenommen werden, die derzeit schon eine Minderheit unter den Neuanmeldungen für die Bekenntnisschule sind. „Laufkindern“ aus der näheren Umgebung, die nicht katholisch sind, und Geschwisterkindern bliebe das Angebot erhalten.

Aus dem Publikum wurde argumentiert, dass an der katholischen Grundschule ein relativ hoher Anteil der Kinder an der Schulbetreuung teilnimmt und diese Strukturen erst neu geschaffen werden müssten.

Allerdings hat die Gemeinschaftsgrundschule am Ziegeleifeld als Offene Ganztagsgrundschule Platz für zwei Gruppen zu je 25 Kindern, die bis in die Nachmittagsstunden an der Schule bleiben, während auf dem Dörnberg die Betreuung um 13 Uhr endet.

Dass an der Gemeinschaftsgrundschule Kreuztal durch Festlegung der Zügigkeit das Integrationsproblem gelöst werde, stellte Bürgermeister Kiß in Abrede. Das könne nur ein indirekter Effekt sein. Denn letztlich liege dies am Elternwillen. Dazu hatte ein Kreuztaler Vater „mit Migrationshintergrund“ eine eindeutige Meinung: „Niemand kann erwarten, dass Ausländer sich integrieren, wenn die Gastgeber sich von den Gästen entfernen.“ Er appellierte an anwesende Eltern, ihre Kinder an der Gemeinschaftsgrundschule anzumelden.

 
 

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