Schnelleres Internet für Netphener Ortsteile

Reinhard Rohleder und Paul Wagener
Reinhard Rohleder und Paul Wagener
Foto: WP
  • 330 Haushalte können mit bis zu 50 MBit/s im Internet surfen
  • Telefonieren, Internetnutzung und Fernsehen funktionieren gleichzeitig
  • Bis 2018 soll es eine Breitbandvollversorgung geben

Netphen.  Einwahlschwierigkeiten ins Internet, Verbindungsabbrüche beim Telefonieren und eine Datenübertragungsrate zwischen einem und drei Megabit pro Sekunde (MBit/s) in Eckmannshausen, in Oelgershausen etwas mehr. So sieht der Zustand in den „Hausen-Dörfern“ aus: Bis jetzt. „Das ist ein großer Augenblick“, strahlt Netphens Bürgermeister Paul Wagener. Von einem „Quantensprung“ spricht Reinhard Rohleder, kommunaler Ansprechpartner für den Breitbandausbau der Telekom.

330 Haushalte in Oelgershausen und Eckmannshausen können nun mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 MBit/s das Internet nutzen. Wer vorher beim Herunterladen einer circa 5 Gigabyte großen Datei aufgeben musste, kann diese nun in 20 bis 30 Minuten laden, erklärt Rohleder. Und: Telefonieren, Internetnutzung und Fernsehen funktionieren gleichzeitig.

Glasfasern bis zum grauen Kasten

„Technische Einzelheiten sind nicht so unser Ding“, lacht Wagener. „Wir sind dazu da, das politisch zu begleiten.“ Gemeint sind die Anträge auf das Förderprogramm „Entwicklung ländlicher Räume“ und der Kontakt mit der Telekom. Denn der Netzausbau wurde zu 90 Prozent aus EU- und Landesmitteln finanziert. Die Stadt musste 10 Prozent tragen, das waren knapp 21000 Euro.

Sehr wohl technisch versiert ist Reinhard Rohleder. Er erklärt, was seit dem Baubeginn vor circa einem Jahr passiert ist. Eckmannshausen und Oelgershausen haben jetzt eine „Glasfasertechnologie bis zum grauen Kasten an der Straße“. Die alten Haupt-Kupferrohre, deren lästige Eigenschaft es war, einen Widerstandswert zu haben, wurden durch Glasfasern ausgetauscht. Die direkte Verbindung zum Wohnhaus erfolgt dann weiterhin durch Kupferkabel. Durch die mit einem Computer aufgerüsteten Multifunktionsgehäuse (die grauen Kästen) wird das Lichtsignal der Glasfasern in ein elektrisches Signal umgewandelt.

Bis 2018 Breitbandvollversorgung

Das Zauberwort für die Zukunft Netphens heißt „Breitbandvollversorgung“. Mit Oelgers- und Eckmannshausen ist der Ausbaugrad um 4,6 Prozent auf knapp 60 Prozent gestiegen. Damit ist Netphen im versorgungstechnischen Mittelfeld. Nächstes Ziel sollen Afholderbach und Sohlbach sein. Die Bauphase hat hier schon begonnen, die Fertigstellung ist für Ende 2017 geplant. Neben der von der Kommune angestoßenen Versorgung, strebt die Telekom in Teilen Netphens auch einen Eigenausbau an So soll in den nächsten drei Jahren in Netphen selbst sowie in Brauersdorf, Frohnhausen und Eschenbach aufgerüstet werden. Im Neubaugebiet in Deuz sollen bis zu den Hausanschlüssen Glasfaserkabel verlegt werden.

Oelgers- und Eckmannshausen seien „weiteren Mosaikstücke“, so Wagener. Er kündigt eine Breitbandvollversorgung bis 2018 an.

 
 

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