Rudirockt in Siegen – Lecker, hektisch – und irgendwie perfekt

Jennifer Kalischewski
Ein Drei-Gänge-Menü führt 44 Rudirockt-Teilnehmer am Abend kreuz und quer durch Siegens Küchen. Jeder Gang wird in einer anderen Wohnung serviert. Der Zeitplan ist eng getaktet. Wer wann wo mit wem gemeinsam speist, entscheidet zuvor das Los.

Siegen.  Ein gedeckter Tisch, schummriger Kerzenschein, ein freundlicher Kellner, der Vorspeise, Hauptgericht und Dessert serviert – so könnte das perfekte Drei-Gänge-Menü aussehen. Rudirockt ist anders: frisch, lustig, spannend. Jeder Gang führt die Teilnehmer der Kochparty in eine andere Wohnung. Der Zeitplan ist eng getaktet. Wer wann wo mit wem gemeinsam speist, entscheidet zuvor das Los.

18.15 Uhr: Mit leichter Verspätung trudeln die letzten Gäste bei Julia Mass (21) und ihrer Kochpartnerin Silvia Rümmler (24) ein. Hungrig haben die anderen vier Teilnehmer bereits Platz genommen. Der Tisch im WG-Wohnzimmer ist gedeckt, die Getränke stehen kalt, die Vorspeisenteller sind angerichtet. „Bei uns gibt‘s Feldsalat mit Tomaten, Lauchzwiebeln, Sonnenblumenkernen und Himbeeressig“, sagt Julia, als sie die Vorspeise serviert. Das Rezept kennt sie von ihrer Mutter. Den Gästen schmeckt‘s. Die Zeit verfliegt – und kaum sind die Teller leer gegessen und die Schnäpschen ausgetrunken, müssen sich die Teams schon wieder auf den Weg machen: Die einen zum nächsten Gastgeber, die anderen in die eigene Küche, um dort den Herd anzuschmeißen und den Hauptgang zuzubereiten. „Bis nachher zur After-Dinner-Party“, verabschieden Julia Mass und Silvia Rümmler ihre Gäste.

20.05 Uhr: Zweite Station: Hauptgang. Zu siebt drängen sich Gastgeber-Team, WG-Mitbewohnerin und vier Rudirockt-Gäste in Karen Burgers WG-Zimmer. Die 26-Jährige hat mit Kochpartnerin Katharina Schumacher (21) einen Cannelloni-Auflauf mit Spinat und Feta gezaubert. „Das ist eine eigene Kreation, einfach so aus der Lamäng“, sagt Karen Burger. „Oh, geil“, lautet das Urteil, noch bevor jemand den ersten Bissen probiert. Plötzlich klingelt es. Zwei weitere Rudirockt-Gäste stehen vor der Tür. Die beiden Gastgeberinnen sind sichtlich überrascht. Der Routenplan hatte sich am Abend zuvor kurzfristig geändert. „Aber den haben wir wohl nicht abgerufen“, sagt Karen Burger lachend. Die Gäste rücken zusammen, geben den beiden Nachzüglern eine gefüllte Cannelloni ab. Satt werden alle. Denn die zweite Auflaufform steht zum Glück schon im Ofen.

21.40 Uhr: Flavio Benatelli (21) steht am Herd und backt auf einer Profipfanne hauchdünne Crêpes. „Wir hatten die Ausrüstung, danach haben wir das Rezept gewählt“, sagt er. Währenddessen versorgt Maja Oehmke (25) ihre Gast-Teams mit Espresso. Hungrig sind die Gäste der beiden nicht mehr. Aber die französische Köstlichkeit mit heißen Kirschen, Vanilleeis und Schokosauce will sich niemand entgehen lassen.

23.25 Uhr: Nach drei fantastischen Gängen geht’s mit mittlerweile 40 Minuten Verspätung zur After-Dinner-Party in die Bar Celona. Die meisten der 44 Teilnehmer lassen dort den Menü-Abend gemütlich ausklingen. Organisatorin Ina van der Biesen (23) ist zufrieden. „Ich hab viele positive Rückmeldungen bekommen. Alle hatten Spaß“, freut sie sich. Rudirockt, so das Fazit der Teilnehmer, ist hektisch und gemütlich zugleich, lecker, irgendwie chaotisch – und trotzdem, oder gerade deswegen, das perfekte Drei-Gänge-Menü.