Raum der Stille

Als ich vor drei Semestern zum ersten Mal allein im zweiten Stock der Unibibliothek war, um nach einem sehr selten gefragten Buch über Kinderpsychologie zu suchen, machte ich eine ungewöhnliche Entdeckung: Zwischen zwei Bücherregalen lag eine Matte auf dem Teppichboden, daneben ordentlich ein Paar Schuhe. Was mich zuerst verwirrte, erklärte sich zwei Minuten später, als ein Kommilitone um die Ecke bog, um sich auf die Matte zu knien und zu beten – irgendwie logisch, dass man sich dafür an einen Ort zurückzieht, der Ruhe und Abgeschiedenheit bietet. Allerdings habe ich mich damals schon gefragt, ob das wirklich eine gute Lösung ist – schließlich gibt es mehr muslimische Studis an der Uni als Platz in der UB ist. Die Lösung soll jetzt in Form eines „Raums der Stille“ eingeführt werden, in dem ungestört (unabhängig von der Religion) gebetet werden darf. Ich find’s klasse und freue mich, wenn religiöses Miteinander auch auf dieser Ebene funktioniert!

 
 

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