Protest gegen Schulschließungen

Die Sorge um die Zukunft der Grundschulen trieb sehr viele Menschen vor das Rathaus.
Die Sorge um die Zukunft der Grundschulen trieb sehr viele Menschen vor das Rathaus.
Foto: Michael Kunz, Siegen

Wilnsdorf..  Gewöhnlich werden die Rathäuser am „Altweiberdonnerstag“ der Fröhlichkeit wegen gestürmt. Vor dem Wilnsdorfer Verwaltungsgebäude aber wurde es am Donnerstagabend ernst:

Mehrere hundert Eltern und Schüler demonstrierten gegen die drohende Schließung von Grundschulen und übergaben Bürgermeisterin Christa Schuppler (CDU) fast 4000 gesammelte Unterschriften.

„Lasst die Schule im Dorf“

Fast 1600 Unterzeichner fanden sich in Anzhausen und Umgebung, 1500 in Obersdorf und 600 in Wilden. „Alle Schulen müssen erhalten bleiben“, riefen die Protestierenden.

„Lasst die Schule im Dorf“ oder „Ich will meine Freunde behalten“ war auf den Transparenten zu lesen. „Die Unterschriften sind in nur wenigen Tagen zusammengekommen“, sagte der Schulpflegschaftsvorsitzende der bedrohten Anzhäuser Grundschule, Matthias Giffhorn.

Eine vernünftige Lösung für Wilnsdorf solle gefunden werden, die nicht Jahr für Jahr in Frage gestellt werde und eine Antwort auf die sinkenden Schülerzahlen gebe, sagte Bürgermeisterin Schuppler, als sie gemeinsam mit dem Beigeordneten Helmut Eich die Unterschriftensammlungen in Empfang nahm.

Sie begrüßte das Engagement der Bürger und versprach, alle Argumente in die Diskussion einzubringen. Anschließend setzten sich die Verwaltungsverantwortlichen mit den Vertretern der Wilnsdorfer Schulen und der Fraktionen zur zweiten Sitzung des Runden Tisches zusammen.

Dessen Einberufung war auch Anlass der Kundgebung gewesen. Giffhorn: „Unser Protest bleibt hier nicht ohne Wirkung.“ Er rief die Eltern zugleich zur Gemeinsamkeit auf: „Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen wie in Netphen“, sagte er als Reaktion auf Plakate wie „Alle Schulen könnt ihr schließen – nur nicht meine Grundschule in Obersdorf“ und vereinzelte Pfiffe von Anwesenden eines Ortes gegen jene eines anderen.

Der Unmut der Eltern richtete sich vor allem gegen Walter Sidenstein, den Schulamtsdirektor des Kreises Siegen-Wittgenstein.

Schullandschaft wird grundlos zerstört

Er dränge die Gemeinde dazu, kurzfristig möglichst viele ihrer Schulstandorte zu schließen und die Zahl der Standorte von jetzt sieben auf in Zukunft möglicherweise nur noch drei zu reduzieren.

Das widerspreche der Einstellung der Landesregierung in Düsseldorf, auch kleinere Schulen auf dem Land ungeachtet der Schülerzahlen zu erhalten. Die bestehende Schullandschaft der Gemeinde und vor allem die Infrastruktur der betroffenen Ortsteile solle grundlos zerstört werden.

 
 

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