Politiker distanziert sich von Teilnahme an rechter Demo

Carsten Lang (hinten links)
Carsten Lang (hinten links)
Foto: Hendrik Schulz
Ein ehemaliges Mitglied der AfD-Mitglied Siegen steht heute einer linken Fraktion im Siegener Rat nahe. 2012 trat er bei der islamfeindlicher German Defence League auf. Ein Fehler, sagt er heute.

Siegen..  Der Kreistagsabgeordnete Carsten Lang ist in die Kritik geraten. Mitte 2012 trat der fraktionslose Politiker auf Kundgebungen der rechtsextremen German Defence League (GDL) auf – zweimal trat er ans Rednerpult. Lang war 2014 auf Ticket der AfD in den Kreistag eingezogen. Nach Auflösung der AfD-Fraktion steht Lang der erst vor wenigen Wochen gegründeten Siegener Ratsfraktion Wahlalternative für Siegen (WAS) nahe, die sich aus der Linksfraktion im Siegener Rat abgespalten hatte.

Lang distanzierte sich gegenüber dieser Zeitung von den Motiven der islamfeindlichen Organisation GDL, die sich nach dem Vorbild rechter Hooligan-Gruppen aus Großbritannien gegründet hatte. „Für mich war es 2012 eine neu gegründete Menschen- und Frauenrechtsbewegung. Allerdings waren nach ein paar Monaten der Unterschied zwischen Anspruch und Realität so groß, dass ich im Spätherbst 2012 jegliches Interesse an dem wohl in der Sache gut gemeinten Projekt verloren habe“, so Lang.

„War nie ausländerfeindlich“

Er habe keinen Kontakt mehr zu GDL-Mitgliedern. „Mit dem Wissen von heute über die German Defence League würde ich diese Episode gerne streichen.“ In seinen Reden habe er sich allein kritisch zum Euro-Rettungsschirm ESM geäußert – nicht ausländer- oder islamfeindlich. „Dabei habe ich mich auf linke Ökonomen berufen.“ Der Fraktionschef der am 1. April gegründeten Siegener Ratsfraktion WAS, Peter Schulte, stellt sich hinter Lang. Bei der Vorstellung des politischen Programms Ende März hatte Schulte Lang als „Augen, Ohr und Stimme“ der WAS im Kreistag bezeichnet. „Ich habe von den Auftritten bei der German Defence League kurz nach der Kommunalwahl erfahren“, so Schulte. Lang habe sich schon damals als AfD-Politiker im Gespräch mit ihm von der Ideologie der GDL distanziert. „Wenn jemand die Courage hat sich von einer Organisation loszusagen, wenn er merkt, dass dort etwas in eine falsche Richtung geht, ist das für mich eine positive Charaktereigenschaft“, so Schulte.

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