Pfarrer soll Kinderpornos im Haus haben

Netphen. Der Paderborner Generalvikar Alfons Hardt hat den leitenden Pfarrer des Pastoralverbundes Johannland-Siegtal suspendiert. Dem Geistlichen wird der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Das Pfarrhaus wurde von der Polizei durchsucht.

Oberstaatsanwalt Johannes Daheim bestätigte, dass gegen den katholischen Pfarrer ein Ermittlungsverfahren geführt wird und dass die Polizei am Dienstag das Pfarrhaus durchsucht hat. Dabei seien „Datenträger“ sichergestellt worden, die nun ausgewertet werden. Weitere Auskünfte gibt die Staatsanwaltschaft derzeit nicht – auch nicht zu der Frage, wo und wie der Pfarrer aufgefallen und in Verdacht geraten ist.

Erzbistum untersagt Tätigkeiten

Das Erzbistum Paderborn wurde am Montag durch die Strafverfolgungsbehörden von dem Verfahren in Kenntnis gesetzt. „Wir haben der Polizei jedwede Hilfe zugesagt“, sagte Ägidius Engel, Pressesprecher des Erzbistums Paderborn, unserer Zeitung. Der Pfarrer sei „umgehend“ beurlaubt worden; insbesondere sei ihm das Ausüben seelsorgerischer Tätigkeiten untersagt worden.

Mit der Wahrnehmung der geistlichen Angelegenheiten in Irmgarteichen sei Dechant Werner Wegener beauftragt worden. Einen Kontakt mit dem Pfarrer habe es bisher nicht gegeben, sagte Engel. Er befindet sich wegen einer geplanten Operation in einem Krankenhaus außerhalb des Siegerlandes.

Seit 1995 beliebter Seelsorger

Der stets jovial auftretende Pfarrer kam 1995 nach Irmgarteichen; in seiner Gemeinde und bei den Vereinen war er beliebt – bei einer Gelegenheit sogar zu beliebt: Aufsehen erregte eine Frau aus seiner Gemeinde, die dem Pfarrer so sehr nachstellte, dass dieser ihr durch einen Gerichtsbeschluss weitere Annäherungen untersagen ließ. Die Frau schrieb darüber ein Buch.

 
 

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