Notunterkunft für Flüchtlinge in Siegerlandkaserne Burbach fast ausgelastet

Ilka Wiese
In der ehemaligen Siegerlandkaserne wurde eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung Dortmund eingerichtet.
In der ehemaligen Siegerlandkaserne wurde eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung Dortmund eingerichtet.
Foto: Hendrik Schulz
Die Kapazitätsgrenze in der Notunterbringung für Flüchtlinge in der alten Kaserne Burbach ist erreicht. Auf Initiative von Bürgermeister Ewers wurde ein Runder Tisch gegründet, mit dem Ziel, Flüchtlingen zu helfen. Thema ist auch Kriminalität in Burbach. Das Resümee: Es gibt bisher keine dramatische Entwicklung.

Siegen-Burbach. Die Kapazitätsobergrenze liegt bei bei 450 Menschen, heißt es in dem Schreiben an die Mitglieder des Innenausschusses, das die Situation in den NRW-Aufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber beschreibt. In der ersten Mitteilung der Bezirkregierung Arnsberg war noch von 500 Plätzen die Rede.

Bezirksregierung stand unter Zeitdruck

Bei der Anmietung im September stand die Bezirksregierung unter Zeitdruck. Das geht aus dem Schreiben hervor. Dort heißt es, dass "die Notwendigkeit, umgehend zusätzliche Notunterbringungsplätze zu schaffen, absolut im Vordergrund" stand. Und weiter: "Weitergehende Untersuchungen oder Verhandlungen hätten zu zeitlichen Verzögerungen geführt und möglicherweise eine schnelle Einigung in Frage gestellt." Eigentümerin der Gebäude ist die Gewerbepark Siegerland GmbH.

Auch in Bad Berleburg werden Flüchtlinge untergebracht

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet in den kommenden Monaten mit bis zu 12.000 Asylanträgen in Deutschland. Das Innenministerium geht davon aus, dass NRW bis zu 2500 Menschen aufnehmen wird. Die hohe Zahl von Asylbewerbern macht kreisweit zudem die Nutzung einer ehemaligen Klinik in Bad Berleburg als weitere Entlastung für die Erstaufnahmeeinrichtungen in Dortmund erforderlich. Dort werden Anfang November die ersten Flüchtlinge erwartet.

Innerhalb weniger Tage richtete die European Homecare GmbH als Betreiber der Burbacher Notunterkunft im September die ehemalige Kaserne für die ersten 150 Flüchtlinge her. Als Einrichtungsleiter stellte European Homecare den Müsener Ricardo Sichert ein. "Dass ich mich hier auskenne, ist ein klarer Vorteil", sagt Sichert, der zur Zeit für 21 Angestellte verantwortlich ist. Drei Posten sind noch offen. Für die reibungslosen Abläufe in der Notunterkunft werden auch viele regionale Betriebe eingespannt. Daueraufträge erhielten beispielsweise eine heimische Wäscherei und ein Busunternehmen aus dem Siegerland. Letzteres kümmert sich um den Transfer der Flüchtlinge und die Fahrten zu den Ausländerbehörden in Köln und Düsseldorf.

Flüchtlinge bleiben bis zu zehn Tagen in Burbach 

In Burbach bleiben die Flüchtlinge bis zu zehn Tagen. Zu den ersten medizinischen Untersuchungen, z.B. die radiologische Kontrolle auf Tuberkulose, geht es in die Siegener Kliniken. Die Fahrten übernimmt ein heimischer Taxibetrieb, das täglich bis zu fünf Touren zur Kaserne fährt.

Runder Tisch kümmert sich um Thema Sicherheit

Unterdessen hat sich ein jetzt auf Initiative von Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers ein Runder Tisch gegründet. "Ziel des Runden Tisches ist es, Hilfe unbürokratisch zu organisieren", Ein weiterer Aspekt des Runden Tisches ist auch das Thema Sicherheit. "Die Polizei und das Ordnungsamt der Gemeinde Burbach sind im ständigen Austausch", betont Ewers und wirbt für Vertrauen in der Bevölkerung. "Leider gab es einige wenige Personen, die die Gastfreundschaft missbrauchen."

So hat es kleinere Ladendiebstähle und Beleidigungen gegeben. Laut Polizei sieben in den ersten gut fünf Wochen. "Das werten wir nicht als exorbitant hoch", sagt ein Polizeisprecher gegenüber dieser Zeitung, "Dramatisches ist nicht passiert." Ernsthafte Übergriffe blieben aus. Sollten sich Bürger sorgen, nehme das die Polizei ernst. "Das sind Einzelfälle, aber wir nehmen die daraus resultierenden Sorgen ernst", betont auch Ewers. Der überwiegende Teil der Flüchtlinge habe große Strapazen auf sich genommen, um dem Elend im Heimatland zu entfliehen und sei dankbar für die Aufnahme in Deutschland.