Netphen verstärkt Hilfe für Flüchtlinge

Netphen..  Zwei neue Gesichter in der Flüchtlingsbetreuung: Antonina Guiga hat gerade die Flüchtlingsberatungsstelle im Rathaus übernommen; sie ist Mitarbeiterin des Vereins für soziale Arbeit und Kultur Südwestfalen, den die Stadt Netphen seit 2001 mit dieser Aufgabe betraut hat. Fast von Anfang an war Nahid Yahyai Ansprechpartnerin für Verwaltung und Hilfesuchende. Im ­April hat sie diese Tätigkeit aufgegeben. „Für ihre geleistete Arbeit gebührt ihr Dank und Anerkennung“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung für den Sozialausschuss.

Auf zehn Wochenstunden verdoppelt hat die Stadt seit vorigem Jahr den Stellenumfang. Antonina Guiga muss die Beratungsarbeit, anders als ihre Vorgängerin, nicht allein leisten. Denn zum Beginn dieses Monats hat auch Daniel Pedro Fröhler seinen Dienst angetreten. Mit ihm setzt die Stadt erstmals selbst einen Sozialarbeiter zur Betreuung von Asylsuchenden ein. 82 Flüchtlinge hat die Stadt in diesem Jahr bisher aufgenommen — 2014 waren es insgesamt 79. Die Tendenz steige, teilte die Verwaltung jetzt dem Sozialausschuss mit. Weil privater Wohnraum angemietet werden konnte, reichten die Unterbringungsmöglichkeiten zurzeit noch aus.

„Ich wünsche mit mehr Anerkennung, Respekt und Wertschätzung für die Menschen, die unsere Hilfe brauchen“: Deutlich äußert sich Nahid Yahyai, die im vorigen Jahr 198 Personen aus 123 Familien/Haushalten beraten hat, in ihrem letzten Jahresbericht. „Auch junge Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus müssen gefördert werden.“ Sie sollen Angebote der Jugendarbeit nutzen können.

Broschüre für Helfer im Ehrenamt

„Auch eine Jugendsozialarbeit ist entsprechend gefordert, passende Angebote und individuelle Unterstützung für die Zielgruppe der jungen Flüchtlinge zu entwickeln und zu gewährleisten.“ Sie könnten schließlich die Fachkräfte sein, nach denen Deutschland in Zukunft immer mehr sucht. Was passiert, wenn diese Unterstützung ausbleibt, macht Nahid Yahyai an anderer Stelle ihres Berichts deutlich: Überwiegend junge Asylbewerber werden straffällig und müssen in den Verfahren von der Flüchtlingsberatung begleitet werden.

Unterstützt werden die Hauptamtler von einem ehrenamtlich tätigen „Netzwerk Asyl“, in dem sich Einzelpersonen sowie Vertreter von Vereinen, Organisationen und Kirchengemeinden zusammengefunden haben. Für sie wurde jetzt auch eine Broschüre „Tipps und Hilfen für ehrenamtlich Engagierte“ erstellt, die es im Rathaus und im Bürgerbüro gibt und die von der städtischen Internetseite heruntergeladen werden kann. In ihr werden die Ansprechpartner in den verschiedene Behörden genant, Unterstützungsangebote wie die des Netphener Familienbüros und der Mobilitätscard dargestellt und Kontakte zu Sportvereinen genannt, außerdem Hinweise auf Krabbelgruppen und Sprachkurse.

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