Netphen braucht mehr Kita-Plätze

Ganz aus dem Rennen ist der Freizeitpark-Parkplatz noch nicht: Für die Sport-Kita dort spricht auch der Mangel an Standort-Alternativen.
Ganz aus dem Rennen ist der Freizeitpark-Parkplatz noch nicht: Für die Sport-Kita dort spricht auch der Mangel an Standort-Alternativen.
Foto: WP

Netphen..  610 Betreuungsplätze für 595 Kinder über drei Jahre — das siehtauf den ersten Blick gut aus. In das Angebot aufgenommen hat das Jugendamt aber auch Plätze, die es jetzt noch nicht gibt. Die es aber zum 1. August so oder so geben wird, wie Sandra Werthenbach, Fachgebietsleiterin im Jugendamt, dem Netphener Sozialausschuss versichert. „Wir müssen sonst Übergangslösungen schaffen.“ Denn der Rechtsanspruch steht.

Konkret geht es um eine vierte Gruppe im Deuzer Rabennest und um 15 weitere Plätze in Werthenbach — vor allem aber um die Zwei-Gruppen-Kita, die die AWO im Zentralort eröffnen will. Am Donnerstag wird der Rat ein weiteres Mal die Standortdebatte führe: Noch einmal schlägt die Verwaltung den Parkplatz 1 am Freizeitpark, neben Turnhalle Obernetphen und Reitvereinsanlage, für die Sport-Kita vor. Die Idee schien längst in der Schublade verschwunden, weil Politik und Vereine nicht mitmachten und auch Alternativen im Freizeitpark selbst sich als unrealisierbar herausstellten. Nun aber gibt es auch Widerspruch in Niedernetphen: Feuerwehr und Rettungswache, die direkt neben dem zuletzt ausgewählten Standort Weylandstift angesiedelt sind, machen sich Sorgen um die Zu- und Abfahrt für die Einsatzfahrzeuge. Sollte der Rat sich noch einmal neu entscheiden, käme nicht der Kita-Container für die Bauzeit, sondern die Sport-Kita auf den Parkplatz. Die Übergangs-Kira könnte dann auf dem Bolzplatz beim SGV-Heim oben am Güldenweg aufgestellt werden.

Bedarf auch für unter Dreijährige

„Sehr schwer planbar“, so Sandra Werthenbach, ist das Betreuungsangebot für die unter Dreijährige — schon deshalb, weil die Kinder, für die gebaut wird, noch gar nicht geboren sind. Oft ergebe es sich, dass Eltern ihren Betreuungswunsch um ein Jahr verschieben, wenn es ein Angebot nicht in der Wunsch-Kita oder „nur“ in der Tagespflege gebe. Aktuell werden die AWO-Kitas in Eckmannshausen und in Herzhausen mit Betreuungsplätzen für unter Dreijährige ausgestattet. Vorsitzender Marc Seelbach (SPD) nannte Erweiterungsbedarf für Eschenbach — die Ein-Gruppen-Anlage ist für das ganze obere Siegtal, allein dort seien im letzten Jahr 14 Kinder geboren worden.

Markus Böhmer (CDU) regte an, die Tagespflege vor allem für Flüchtlingskinder anzubieten. Sandra Werthenbach hielt davon nicht viel: Gerade für diese Gruppe sei „aus pädagogischen Gründen“ die Integration in einer regulären Kita der für die Kleinsten gedachten Tagespflege vorzuziehen“. In Netphen leben 46 Kinder aus Flüchtlingsfamilien, die einen Rechtsanspruch auf Betreuung haben. Von ihnen besuchen derzeit 14 eine Kita, weitere 16 sind angemeldet. Alternativ können für sie auch Eltern-Kind-Spielgruppen in außerhalb von Kitas eingerichtet werden.

Konkurrenz um Betreuungsplätze

Manches Kind geht ungeplant früh in den Kindergarten. Darauf machte Sonia Ricciardi-Gronau (SPD) im Sozialausschuss aufmerksam: „Viele Eltern melden ihre Kinder unter drei Jahren an, weil sie Angst haben, dass sie später keinen Platz mehr bekommen.“

Auch in Netphen steigen die Kinderzahlen. 595 über Dreijährige haben in diesem Jahr einen Betreuungsanspruch, 68 mehr als 2015. Geplant wurde bisher für 555 Kinder.

 
 

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