Nein zu Naturpark Sauerland-Rothaargebirge

Siegen-Wittgenstein..  Die Stadt Siegen lehnt weiter einen Beitritt zu einem Naturpark mit dem Namen „Sauerland-Rothaargebirge“ ab. Bereits zu Beginn des Jahres hatte die Siegener Politik wie auch die Räte in Kreuztal, Netphen und Hilchenbach den Betritt zu dem noch zu gründenden Verein – ein Zusammenschluss der Naturparke Homert, Ebbe- und Rothaargebirge – verweigert. Ein Grund: Mit dem Begriff Sauerland mag sich niemand im Siegerland so recht anfreunden. Die vier Kommunen wollen unter diesem Namen noch nicht einmal ihre Flächen für die Einbeziehung in das neue Gebilde freigeben.

„Das Sauerland ist eine Marke“

Landrat Andreas Müller möchte indes da weitermachen, wo sein Vorgänger Paul Breuer gescheitert ist: Der Kreistag soll seinen Beitritt zum Naturpark „Sauerland-Rothaargebirge“ erklären. Am Mittwoch warb Dr. Heinz Meyer, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Siegen-Wittgenstein, im Haupt- und Finanzausschuss dafür. Ein Naturpark könne sich auch nach der Gründung noch umbenennen, zitierte er aus einem Schreiben des Umweltministeriums. Den Namen „Naturpark Sauerland-Rothaargebirge“ bezeichnete Meyer mehrfach als „Arbeitstitel“. Der Begriff Sauerland sei im Tourismus allerdings als Marke viel bekannter als Südwestfalen. Bei weiterer Verzögerung der Vereinsgründung drohten Fördergelder verloren zu gehen, warb er um Zustimmung im Ausschuss.

Die Siegener Politik ließ ihn auflaufen. „Das Siegerland ist ja als so etwas wie das kleine, giftige Bergdorf am Rande des Sauerlands bekannt“, sagte Martin Gräbener (Die Linke) und stellte die Frage, die bereits zu Beginn des Jahres aus dem Siegerland gestellt wurde: „Warum nicht Naturpark Südwestfalen?“

„Ausverkauf unserer Interessen“

„Es ist nichts bewegt worden“, ärgerte sich FDP-Fraktionschef Klaus Volker Walter. Es werde inhaltlich das selbe zur Diskussion gestellt, wie zu Beginn des Jahres. „Entweder es gibt einen neuen Namen oder wir werden niemals ja sagen.“ Michael Groß (Grüne) kritisierte Landrat Andreas Müller „Ich bin entsetzt, dass der Kreis Siegen-Wittgenstein das weiter vertritt“ Das sei ein „Ausverkauf unserer Interessen.“ Auch CDU, SPD, und UWG lehnen einen Beitritt unter dieser Voraussetzung ab. Bei diesem Namen können „wir uns gleich damit abfinden, dass wir Sauerländer sind“, sagte CDU-Fraktionschef Rüdiger Heupel.

Die Landräte aus Olpe, dem Märkischer Kreis, dem Hochsauerlandkreis und aus Siegen-Wittgenstein hatten nach dem Nein aus Siegen-Wittgenstein Ende März auf die Gründungsversammlung des Naturparks zunächst verzichtet.

 
 

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