Mutter aus Siegen wegen Betrugs verurteilt

Eine Siegener Mutter musste sich wegen Betrugs und Unterschlagung verantworten.
Eine Siegener Mutter musste sich wegen Betrugs und Unterschlagung verantworten.
Foto: WR
Das Amtsgericht in Siegen verurteilte eine 26-jährige Hartz-IV-Empfängerin und Mutter wegen Betrugs und Unterschlagung zu einer Haftstrafe.

Siegen..  Manchmal steht am Ende einer Beziehung nicht nur eine enttäuschte Liebe, sondern auch ein Minus auf dem Konto. Sylvia K. (Name geändert) soll ihren Ex-Freund um ein Tablet und eine Sim-Karte betrogen haben.

Den Schaden beziffert die Familie des 26-jährigen Lastwagenfahrers auf über 4000 Euro. Dafür – und für weitere Betrugsfälle – muss sich die dreifache Mutter am Dienstag vor dem Amtsgericht verantworten.

Rosa Pulli, blaue Jeans, die Haare zu einem Zopf gebunden: Sylvia K. (26) zupft immer wieder an ihrer Halskette. Sie ist nervös. Eigentlich weiß sie, was vor Gericht geschieht. Die Taten, die ihr vorgeworfen werden, soll sie unter zweifacher Bewährung begangen haben, wie Amtsrichterin Dr. Hanne Grüttner wenig später erläutert. Einen Teil der Anschuldigungen räumt sie ein.

Die Sache aus dem Februar vergangenen Jahres zum Beispiel. Einen Bürobedarfshandel prellt sie um mehrere hundert Euro: Dinge bestellt, aber nicht bezahlt. „Das gebe ich zu.“ Allerdings: „Ich habe von 2012 bis Januar 2015 extreme Kauflust gehabt.“ Die sei inzwischen kuriert. Zurück geblieben ist ein Schuldenberg von 80 000 Euro.

Zweifel an Aufrichtigkeit

Aber das Tablet und die Sim-Karte? Hat sie ihrem Ex zurückgegeben, beteuert die Hartz-IV-Empfängerin.

Der Lastwagenfahrer geht im Mai 2014 – die beiden sind zu Beginn des Sommers noch ein Paar – mit Sylvia K. in einen Mobilfunkladen. Heraus kommen sie mit einem Paket digitaler Verheißungen. Zwei Sim-Karten, ein Handy und ein Tablet. Das allerdings ist nicht vorrätig, wird später nachgeliefert. Der Vertrag läuft auf ihn. Sylvia K. borgt sich die Sim-Karte aus, „um mal kurz zu telefonieren“. Ihr damaliger Freund bekommt sie allerdings nie zurück.

Davon ist das Gericht überzeugt. Wie auch davon, dass sie das Tablet, das sie eine Woche im Laden abholt, ihrem dann schon Ex-Freund nicht übergibt. Zwar beteuert sie ihre Unschuld, allerdings lässt der Verlauf der Verhandlung in den Augen von Amtsrichterin Grüttner Zweifel an ihrer Aufrichtigkeit aufkommen. Als ihr geschädigter Ex-Freund aussagt, legt er ein SMS-Protokoll vor.

Jemand bedroht ihn darin wüst. „Haben Sie das geschrieben?“, fragt die Richterin die Angeklagte. Nein, hat sie nicht, antwortet sie. Hanne Grüttner ruft die Absender-Nummer an. In der Tasche von Sylvia K. vibriert es. Wenig später meldet sich die Mailbox mit ihrem Namen.

Kinder leben in Pflegefamilien

„Die Angeklagte hat sich im Lauf des Prozesses als Lügnerin gezeigt“, wirft ihr die Staatsanwaltschaft vor. Sie fordert, wie auch die Verteidigung, Bewährungsstrafen. Hanne Grüttner indes verhängt wegen Betrugs und Unterschlagung sieben Monate sowie sechs Monate Haft. Das Urteil gegen die Mutter – ihre drei Kinder leben in Pflegefamilien – ist noch nicht rechtskräftig.

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