Muster führt über Smartphone zu Infos

Bernhard Baumann, Bürgermeister in Neunkirchen, will seine Gemeinde mit QR-Codes ausstatten.
Bernhard Baumann, Bürgermeister in Neunkirchen, will seine Gemeinde mit QR-Codes ausstatten.
Foto: Irmine Skelnik

Neunkirchen..  Mit nur einem Mouse-Click zu den wichtigsten Infos war gestern – die Verwaltung in Neunkirchen geht nun einen neuen Weg, um mit Besuchern und Einwohnern der Gemeinde in Kontakt zu treten. Mit sogenannten QR-Codes an wichtigen Bauwerken und Örtlichkeiten lassen sich die wichtigsten Informationen direkt auf das Smartphone bringen. Ein speziell installierter Scanner im Handy erkennt die spezifische Anordnung von farbigen Kästchen in einem Quadrat und ordnet die Struktur direkt einer Internetadresse zu. So erscheint nach der Erfassung der QR-Codes – kurz für quick-response, also schnelle Antwort – auf dem Handydisplay die Internetseite, die mit diesem Code verbunden ist.

„Wir wollen damit eine Vorreiterrolle übernehmen und teilhaben an einem weltweit wachsenden Markt“, so Neunkirchens Bürgermeister Bernhard Baumann. Zudem sei es kreisweit ein Alleinstellungsmerkmal. Denn in Siegen-Wittgenstein ist Neunkirchen die erste Gemeinde, die diese Codes in der Öffentlichkeit anbringen will. „Wir hoffen so, besonders die wichtige Gruppe der 35- bis 45-Jährigen zu erreichen“, so Baumann. Laut Statistik würde vor allem diese Altersgruppe die QR-Codes, die auch immer häufiger zum Beispiel im Einzelhandel auftauchen, nutzen. 20 Prozent aller deutschen Smartphone-Nutzer haben einen entsprechen Scanner auf ihrem Handy installiert – Tendenz steigend.

Eine App soll folgen

15 Stätten in der Gemeinde sollen in der kommenden Woche mit den 10x10 Zentimeter großen Quadraten, die auf Acrylplatten befestigt werden, versehen werden. Darunter sind Einrichtungen der Verwaltung, wie das Rathaus, die Seniorenservicestelle oder die Jugendhilfe. Auch historische Fachwerkhäuser wie das Toni Weber Haus erhalten einen QR-Code. Bald sollen das Gewerbegebiet und das neue Wohngebiet damit bestückt werden. Die Codes könnten auch an zur Verfügung stehenden Grundstücken angebracht werden und über Eigentümer und Preise informieren.

Derzeit wird der Smartphone-Nutzer auf bereits bestehende Internetseiten weitergeleitet und erhält Informationen zu Öffnungszeiten, Ansprechpartnern und zur Geschichte des Ortes. Eine spezielle App ist aber bereits in Planung. Sie soll die Infos dann optimal für das kleine mobile Endgerät darstellen und die Navigation erleichtern.

Die Idee zu den QR-Codes in der Gemeinde hat Baumann von einem befreundeten Unternehmer – vor nicht ganz zwei Wochen hatte ihm dieser ein Bild von einer Bodenplatte, in die ein QR-Code eingelassen ist, geschickt. Vorbild zu dem Neunkirchener Konzept war eine Gemeinde in den Niederlanden. Eine spezielle Firma erstellte die Codes. Mehrere Unternehmen bieten mittlerweile sogar Pauschalpakete für Städte und Gemeinden an. „Die Kosten sind sehr gering“, so Baumann.

Die Wirkung soll nun aber um so größer sein. „In der heutigen Zeit ist die Transparenz von Informationen sehr wichtig“, sagt der Bürgermeister. Die Aufkleber sollen den Zugang dazu erleichtern und vielleicht sogar die Identifikation der Neunkirchener mit ihrem Wohnort verstärken. Vor allem Menschen, die nichts mit der Verwaltung oder Kommunalpolitik zu tun haben, sollen dadurch angesprochen werden.

Bernhard Baumann hofft, dass auch seine Mitarbeiter in der Verwaltung die QR-Codes in ihren Arbeitsalltag integrieren. Die offiziellen Kopfbögen sollen damit ausgestattet werden.

 
 

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