Mit Ben und Frieda in den Hauberg

Vincent, Anna, Georg (von links, vorn), Ben und Clara
Vincent, Anna, Georg (von links, vorn), Ben und Clara
Foto: Otmar Kuhn

Fellinghausen.  Ein Schulbuch, das sich fast ausschließlich mit der Siegerländer Haubergswirtschaft beschäftigt: Das hat der Förderverein Historischer Hauberg Fellinghausen in Zusammenarbeit mit Forstbeamten, Lehrerinnen und Lehrern, aber auch — als Angehörige der Zielgruppe — mit den Grundschulkindern selbst auf die Beine gestellt. Das „Mitmachbuch für junge Haubergexperten“ bereitet auf 80 Seiten auf, was alles mit dieser traditionellen Bewirtschaftungsform der heimischen Niederwälder zusammenhängt.

Das im DIN-A-4-Format erstellte Unterrichtsheft biete eine „Unmenge“ an Informationen aus dem Wald im Allgemeinen und über den Hauberg im Besonderen, sagte der Vorsitzende des Fördervereins Historischer Hauberg Ulrich Gießelmann am Dienstag bei der offiziellen Vorstellung auf der Brache. Dazu beigetragen haben im Wesentlichen die Förster Martin Sorg und Uta Birkhölzer. Fellinghausener Grundschullehrer wie Annette Daschke und Ulrike Weber gaben den Ausführungen den didaktischen Schliff.

Bürgermeister lobt „geniale Idee“

„Wir wollen den Kindern Wald und Hauberg näherbringen“, fasste Ulrich Gießelmann das Ziel der Gemeinschaftsarbeit zusammen. Gerade junge Menschen müssten über die Bedeutung der Nachhaltigkeit Bescheid wissen, was sie mit dem neuen Buch „spielend lernen“ könnten.

Getreu dem Haubergsmotto „Vergangenheit hat Zukunft“ ist das anschaulich gestaltete Heft aufgebaut: mit der weit zurückreichenden Geschichte des Haubergs und Geschichten über die beiden jungen Protagonisten Frieda und Ben, Rätseln, Informationen über Tiere und Pflanzen, aber auch mit Anregungen zum Spielen und natürlich mit einer ausführlichen Darstellung des Haubergsjahres. Weil nach dem Mitmachbuch bereits jetzt starke Nachfrage besteht, wird über eine zweite Auflage nachgedacht. Vorgesehen ist auch, begleitend zum Schulbuch einen Haubergfilm zu erstellen.

Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß hatte sich dafür eingesetzt, dass die Sparkassenstiftung das Projekt unterstützt. Er lobte das Autorenteam für seine intensive Arbeit, mit dem es ein „Siegerländer Kulturgut“ für den Schulunterricht aufbereitet habe. Der seit über 20 Jahren bestehende historische Hauberg, der im Buch als „geniale Idee“ bezeichnet wird, sei ein Beispiel für eine „unglaubliche ehrenamtliche Leistung“.

Erst vor kurzem hat der Förderverein seine Jahresbilanz gezogen; Mit 300 Besuchern war der Tag des Haubergs im vorigen Jahr ein voller Erfolg. Auch die Ausstellung im Waldinformationszentrum Hohenroth von Oktober bis Dezember lockte 1500 Interessierte an. Bei 28 Haubergführungen des Fördervereins, des Regionalforstamts und der Biologischen Station wurden insgesamt rund 570 Teilnehmer gezählt.