Miese Tricks der Partnervermittler – Verbraucherzentrale warnt

Viele Menschen suchen im Netz oder über Partnerbörsen die große Liebe. Oftmals werden sie dafür mit fiesen Tricks zur Kasse gebeten.
Viele Menschen suchen im Netz oder über Partnerbörsen die große Liebe. Oftmals werden sie dafür mit fiesen Tricks zur Kasse gebeten.
Foto: WAZ FotoPool
Die Verbraucherzentrale Siegen legt den Jahresbericht 2014 vor. Besonders die Tricks der Partnervermittlungen beschäftigte die Ratsuchenden.

Siegen.. Um den perfekten Partner zu finden, bezahlen Menschen oft einen hohen Preis. Ein Witwer aus Siegen war bereit, für sein neues Glück rund 10 000 Euro zu bezahlen. Er sei auf eine Annonce in der Zeitung hereingefallen, hinter der eine dubiose Partnervermittlung stecke, erzählt Dr. Konstantin von Normann von der Verbraucherzentrale Siegen. Es gibt einige schwarze Schafe in der Branche, warnt er.

Anlässlich des Jahresberichts 2014 ging er auf ein für die Verbraucher besonders empfindliches Thema ein: Partnervermittlungen. Zehn bis 15 Menschen würden im Jahr Rat bei der Beratungsstelle suchen, so Normann: „Und das ist nur die Spitze vom Eisberg.“ Die Hemmschwelle, sich mit solchen Problemen an die Verbraucherzentrale zu wenden, sei oftmals sehr hoch. Konstantin von Normann kennt die Tricks der Partnervermittlungen. Hat man auf eine Annonce in der Zeitung geantwortet, findet bald darauf ein Hausbesuch statt, man könne sich doch „unverbindlich unterhalten“.

Wer in die Flirtfalle tappt, soll sich melden

Schon beim ersten Gespräch werden den Menschen Verträge aufgeschwatzt, die eine Anzahlung von 1500 Euro festlegen. Ein Dutzend Vorschläge für den Partner soll es dann geben. Ein Dutzend mal die Chance auf eine neue Liebe. Doch meistens bekommen die Menschen nicht, was sie wollen, die Vermittlung schlägt unpassende oder gar keine Partner vor. „Die Anzahlung ist meistens weg. Wenn sich die Menschen aber früh genug an uns wenden, dann kommen sie meist aus den Verträgen raus. Die Vermittler wissen, dass sie sich grenzwertig verhalten, wollen den persönlichen Kontakt zu den Kunden nicht gefährden“, sagt Konstantin von Normann.

Auch unseriöse kleinere Unternehmen im Internet locken mit der großen Liebe. Häufig tappen gerade Jugendliche in die Flirtfalle im Netz, oft über Werbung bei Facebook. Geworben wird mit kostenlosen Anmeldungen oder Probe-Abos. „Meistens kostet das um die 1,90 Euro. 14 Tage hält so ein klassisches Probe-Abo. Dann rutschen die meisten in ein sehr viel teureres Abo ab, ohne dass sie davon in Kenntnis gesetzt werden“, sagt Konstantin von Normann.

Auf den kleinen Smartphone Bildschirmen lese man eben nicht das Kleingedruckte. Manchmal könne man sich auch umsonst anmelden, aber das Ansehen anderer Profile koste wiederum Geld. Bekannte Partnerbörsen wie Elite-Partner seien davon aber nicht betroffen, so Normann. Allerdings rät er immer dazu, die Bedingungen gut zu lesen. „Ich will das Flirten im Web nicht verbieten, man muss nur vorsichtig sein und genauer hinschauen“, warnt er.

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