McDonald's am Bahnhof in Siegen auf dem Abstellgleis

Mc Donalds schließt zum Jahresende seine Filiale in Siegen.
Mc Donalds schließt zum Jahresende seine Filiale in Siegen.
Foto: Hendrik Schulz
Die Siegener Innenstadt ist bald um eine Fast-Food-Kette ärmer: Die McDonald's-Filiale am Bahnhof schließt. Viele Mitarbeiter haben Mitte November die Kündigung erhalten. Der letzte Burger wird in der Silvesternacht gebraten.

Siegen. Ende der 80er Jahre eröffnete die Fast-Food-Kette ihre erste Filiale in Siegen und mietete sich bei der Deutschen Bahn ein. Rund 25 Jahre später folgt die Trennung. Die scheidenden Partner geben unterschiedliche Versionen ab. Ein Bahnsprecher sagte am Montag auf Nachfrage, der Vertrag mit McDonald's sei nach der vereinbarten Zeit abgelaufen „Wir stehen deshalb in gemeinsamen Verhandlungen zu einem neuen Vertrag.“

Deutsche Bahn verlängert Vertrag mit McDonald's nicht

Eine Version, die sich überholt hat. Denn McDonald's flaggt die Schließung zum 31. Dezember 2013 bereits aus. Stefanie Gülden, Franchisenehmerin der Filialen in Siegen, Geisweid und Freudenberg, erklärt, die Deutsche Bahn habe den Vertrag mit McDonald's nicht verlängert. „Das wurde mir von unsere Immobilienabteilung mitgeteilt.“ Die Pressestelle von Mc Donalds Deutschland wollte sich zu der Schließung nicht äußern.

Die McDonald's-Filiale am Bahnhof entspricht nicht mehr dem Standard des Unternehmens, das sich seit einigen Jahren einen grünen Anstrich gibt. Die Einrichtung im Haus am Siegener Bahnhof versprüht indes einen zunehmend verblassten Charme der 80er-Jahre. Die Werbeaufkleber an den Fenster sind rissig, die Atmosphäre im Restaurant kühl. So wie das Verhältnis zwischen den Vertragspartnern, das seit langem nicht mehr als das beste galt. Laut Franchisenehmerin Stefanie Gülden, die die drei Siegerländer Filialen seit 1. Januar 2013 führt, wurde der Pachtvertrag in den vergangenen Jahren seitens der Deutschen Bahn immer nur für ein halbes Jahr verlängert. „Es fehlte in den letzten Jahren die Planungssicherheit, um in den Standort zu investieren.“

Ab Januar bleibt das Frittenfett kalt

Ab dem 1. Januar 2014 bleibt das Frittenfett kalt. Ein Teil der Mitarbeiter werde weiterbeschäftigt, sagt Stefanie Gülden. Die Anschlussverträge für diese Angestellten seien zu denselben Konditionen ausgestellt werden wie die Altverträge, versichert sie. Dennoch gibt es Unmut bei vielen Beschäftigten. Denn sie haben Mitte November die Kündigung erhalten und stehen zum Jahresbeginn ohne Job da. „Bei mir auf dem Schreibtisch stapeln sich die Krankmeldungen“, klagt die Franchisenehmerin. Das Unternehmen musste reagieren. Bis zur Schließung der Filiale werden die Öffnungszeiten eingeschränkt. Burger und Pommes gibt es täglich nur noch zwischen 11.30 und 21 Uhr, statt von 6 bis 23 Uhr beziehungsweise freitags und samstags bis 2 Uhr morgens.

Und was plant die Bahn? Der Unternehmenssprecher gibt sich verschlossen. „Es existiert eine Vorstudie zur Erneuerung der Gebäudefassade zum Bahnhofsvorplatz und der Empfangshalle sowie zur Neugliederung der Mietbereiche.“ Weiterführende Planungen seien derzeit nicht beauftragt. Dass die Immobilie lange leer stehen wird, ist unwahrscheinlich. Zu lukrativ ist die Lage zwischen dem belebten Siegener Zentrum und dem Bahnhof mit den Reisenden, die schnell mal einen Kaffee trinken möchten.

 
 

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