Leitstelle kurzfristig geräumt

Feuerwehrmänner in Spezialchemieanzügen machen sich für den Einsatz bereit.
Feuerwehrmänner in Spezialchemieanzügen machen sich für den Einsatz bereit.
Foto: Jürgen Schade
Großeinsatz der Feuerwehr bei der Polizei in Weidenau. Wegen eines Batterieschadens bei der Stromversorgung wurde die „110“ kurzfristig nach Olpe umgeleitet.

Weidenau..  Ein Defekt an den Batterien, die für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung der Polizei sorgen sollen, ist Ursache für den Großeinsatz der Feuerwehr am Sonntagmorgen bei der Kreispolizeibehörde an der Weidenauer Straße. Weil der Schadensort sich unmittelbar neben der Leitstelle befand, wurde die Zentrale geräumt. Die Polizei schaltete den Notruf 110, der sonst in Weidenau aufläuft, ab. Die Anrufe wurden zur Kreispolizeibehörde Olpe umgeleitet. „Für die Bürger hat das keine Auswirkungen“, versichert Polizei-Pressesprecher Georg Baum. Funk- und Telefonnetz blieben intakt.

Einem Beamten in der Leitstelle war gegen 7.30 Uhr ein beißender, fauliger Geruch aus dem benachbarten Technikraum im 5. Obergeschoss aufgefallen. Nicht nur der Zug der hauptamtlichen Wache wurde alarmiert, sondern auch der Löschzug Weidenau sowie der ABC-Zug der Feuerwehr Siegen. Wegen der vielen Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr musste im Bereich der Polizeiwache die Weidenauer Straße einseitig gesperrt werden.

35 Feuerwehrleute im Einsatz

Feuerwehrfahrzeuge fuhren auf das Parkdeck hinter dem Gebäude. Der Abrollcontainer des Chemiespezialfahrzeuges wurde abgeladen und Rollwagen mit technischen und Löschmaterial hinters Polizeigebäude gebracht. Löschschläuche wurden ausgerollt, eine Dekontaminierungsstation wurde aufgebaut, Feuerwehrmänner in Spezialchemieanzüge arbeiteten sich an den Ort der Havarie vor. Ein Rettungswagen wurde einsatzbereit gestellt, die Vorbereitungen für einen möglichen Notfall wurden getroffen. Messungen der Feuerwehr ergaben eine hohe Konzentration von Kohlenmonoxid in der Luft; daher wurde die benachbarte Leitstelle vorsorglich geräumt.

Zwei Feuerwehrmänner in orangefarbenen Chemieschutzanzügen und machten sich unter schwerem Atemschutz schließlich auf die Suche nach der Ursache im Technikraum, wo eine zweite, vom allgemeinen Netz unabhängige Stromversorgung für die Polizei betrieben wird. Gegen 9 Uhr wurden zusätzlich noch weitere Atemschutzgeräteträger angefordert, ebenso Klaus Ehrmann als Chemiefachberater der Feuerwehren im Kreis Siegen-Wittgenstein. Insgesamt waren schließlich 35 Feuerwehrleute im Einsatz.

Keine Verletzten

Weitere intensive Untersuchungen der eingesetzten Feuerwehrkräfte führten schließlich zu dem Ergebnis, dass offenbar ein technischer Defekt an dem im Dienstgebäude installierten Batterien für die so genannte unterbrechungsfreie Stromversorgung die Ursache der Geruchsentwicklung war.

Die Feuerwehr entsorgte die Batterien und lüftete die Räume. Polizeibeamte wurden durch die entstandenen Batteriegase nicht verletzt.

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