Kreuzung ließe sich nicht verhindern

Wilgersdorf..  Biobauer Florian Jahn (29) hat eine klare Meinung zu Gentechnik in der Landwirtschaft.

Könnten Sie sich vorstellen, dass genetisch veränderte Nahrungsmittel auch Vorteile bieten?

Florian Jahn: Nein, denn die normale Zucht an Getreide bieten ertragsmäßig keine Vorteile. Die Erträge der letzten 50 Jahre sind sehr vorangetrieben worden, da kann nicht noch mehr kommen. Außerdem dürfen wir als Biobetrieb einen Grenzwert an genetisch veränderten Organismen in unseren Produkten nicht überschreiten. Eine Kreuzung von gentechnisch veränderten und unveränderten Arten findet jedoch automatisch statt, sobald sie freigesetzt werden. Deshalb wird sie später auch in den normal gezüchteten Sorten zu finden sein.

Die EU-Kommission will erstmals eine genetisch veränderte Maissorte zum Anbau zulassen. Ihre Meinung?

Die EU-Kommission hat diese Pläne, aber die Bevölkerung in Deutschland ist vermehrt dagegen. Ich hoffe, das bleibt auch so.

Kann Deutschland sich in dieser Frage überhaupt dem internationalen Druck entziehen?

Ja…ich denke Deutschland sollte die bisherige Position so stark weiter vertreten, einfach um einen Gegenpol zu setzen.

Befürworter der Gentechnik sagen: „Es gibt keine Studie, die belegt, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel den Menschen schaden.“ Was sagen Sie dazu?

Das ist nicht ganz richtig. Es sind Versuche mit Mäusen und Ratten gemacht worden, die gezeigt haben, dass sich das Futter sehr stark auf die Fruchtbarkeit ausgewirkt hat. Die Mäuse und Ratten wurden irgendwann steril. Bei Versuchen an Rindern hat es auch solche Auswirkungen gegeben. In Amerika wird ja schon seit längerem Genmais verfüttert, und da haben die Bauern beklagt, dass mit der Fruchtbarkeit der Tiere was nicht stimmte.

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