Kreuztaler mögen ihre Bibliothek

Stadtbibliothek Kreuztal
Stadtbibliothek Kreuztal
Foto: Michael Kunz

Kreuztal..  Die Trauer um das Idyll in der Gelben Villa in Dreslers Park hindert die Kreuztaler nicht daran, sich für die Stadtbibliothek an ihrem neuen Standort am Roten Platz zu begeistern. Diese Erfahrung hat Bibliotheksleiterin Kirstin Krässel in den ersten gut vier Monaten seit der Neueröffnung am 4. Februar gemacht. 758 Leserinnen und Leser haben sich neu angemeldet — im gleichen Zeitraum des Vorjahrs waren es 161. Insgesamt hat die Bibliothek derzeit 2700 aktive Nutzer, im vorigen Jahr waren es 2374.

Entsprechend stattlich ist die Zahl der Ausleihen: 61 500 wurden bisher gezählt, also um die 500 pro Öffnungstag. Das dürfte auch eine Folge der von 29,5 auf 40 Stunden pro Woche erweiterten Öffnungszeit sein, Besucherstärkste Tage sind – auch am neuen Standort – der Dienstag und der Sonntag, berichtete Kirstin Krässel dem Kulturausschuss, nicht etwa der Wochenmarkt-Donnerstag, an dem die Innenstadt in der Regel voll ist.

Die Bibliothek entwickle sich zu einem „Aufenthaltsort im guten Sinne“, sagte Kirstin Krässel. Die Einrichtung diene als Treffpunkt, „die Bedeutung der Ausleihzahlen wird sinken“. Dass das neue Haus verstärkt von Jugendlichen wahrgenommen werde, habe positive wie negative Effekte, räumte die Bibliotheksleiterin ein: „Es gibt schon leichte Formen von Vandalismus.“

Pläne für die Gelbe Villa

23 Gruppen haben sich bereits in Führungen die neue Bibliothek zeigen lassen, vor allem Schulen und Kitas, aber auch Vereine. „Die Einrichtung wird von Bürgern als Treffpunkt und Veranstaltungsort genutzt“, stellte Kirstin Krässel. Dazu trägt auch der Veranstaltungsraum bei, der demnächst auch verstärkt von der Volkshochschule belegt wird. „Bürger machen für Bürger Programm“ — dieses Motto für das neue Haus werde die Stadt verfolgen, betonte Kulturamtsleiter Holger Glasmachers.

Die Verwaltung arbeitet derweil an einer Planung für die künftige Nutzung der Gelben Villa in Dreslers Park, aus der die Stadtbibliothek ausgezogen ist. Pläne würden zunächst verwaltungsintern abgestimmt, teilte Stadtbaurat Eberhard Vogel mit. Entstehen sollen zusätzliche Räume für Archiv, Musikschule und Standesamt. Für die Umbauten braucht die Stadt die Erlaubnis der Denkmalbehörde und ein Brandschutzkonzept.

Am liebsten Band-Probenräume würde die Musikschule, die jetzt unter einem Dach mit der Bibliothek ist („Wir fühlen uns da ganz wohl“), in den auf der Gelben Villa unterbringen. „Aber da bin ich wenig euphorisch“, sagte Musikschulleiter Ralf Stiebig, „wir wissen ja, dass eine Etage drüber das Trauzimmer ist...“ Drei Räume wird die Musikschule in der Villa bekommen. Mit ihrer Tanz-, Ballett- und HipHop-Abteilung ist sie inzwischen in der Grundschule an Dreslers Park heimisch geworden.

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