Kirche in Littfeld findet bislang keinen Käufer

Foto: Otmar Kuhn

Littfeld/Dahlbruch.  Einen Interessenten hat es gegeben für das katholische Kirchengebäude in Littfeld.

Doch dieser Investor „aus dem kirchlichen Bereich“, der von sich aus auf die Kirchengemeinde zugekommen war, sei letztlich wieder abgesprungen, berichtet Pfarrer Martin Assauer von den gescheiterten Verkaufsverhandlungen Ende 2012.

Jetzt ist die Diözesanverwaltung des Erzbistums Paderborn am Zuge und muss entscheiden, was aus der in den 1960er Jahren gebauten Heilig-Geist-Kirche wird.

Für Nutzung „enge Grenzen“ gesetzt

Einfach gestaltet es sich nicht, ein überzählig gewordenes Kirchengebäude zu veräußern. Martin Assauer, der Leiter des Pastoralverbundes Nördliches Siegerland mit den drei Kirchengemeinden Krombach, Kreuztal und Dahlbruch-Hilchenbach, kann nicht ohne Weiteres im Immobilienteil von Print- oder Onlinemedien inserieren,. Denn für die Nachnutzung sind „enge Grenzen“ gesetzt.

Vielmehr ist die Kirchengemeinde darauf angewiesen, dass sich die Aufgabe des Gebäudes herumspricht. Aber: Nicht jeder ist willkommen. Ein Diskothekenbetreiber etwa, der daraus einen Techno-Schuppen machen würde, käme als Käufer nicht in Frage. Der Renovierungsstau und die auch bei Leerstand notwendige Beheizung des großen Kirchengebäudes mit Platz für bis zu 450 Gläubige während der kalten Jahreszeit sind es, die vor knapp zwei Jahren die Gemeinde zu der Entscheidung kommen ließen, die Heilig-Geist-Kirche still zu legen.

Seit Oktober 2011 hat dort kein Gottesdienst mehr stattgefunden, lediglich die Gymnastikgruppe nutzt einen der Nebenräume. Hin und wieder findet dort auch eine kleine Feier von Gemeindeangehörigen statt. Ansonsten ist der sakrale Bau, der sich am Rande von Littfeld befindet, verwaist.

Ausschlag gebend sind für die auch vom demographischen Wandel betroffenen Gemeinden im Pastoralverbund die rückläufigen Einnahmen. Denn in den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Mitglieder von rund 9000 auf derzeit 8600 zurückgegangen. Das macht sich auch bei der Verteilung der Kirchensteuern bemerkbar, die von Paderborn aus geschieht.

Und außer der Littfelder Heilig-Geist-Kirche unterhalten die drei Gemeinden, von denen Krombach (St. Ludger und Hedwig) die kleinste, Kreuztal (St. Johannes) die größte ist und Dahlbruch-Hilchenbach (St. Augustinus) im Mittelfeld liegt, insgesamt sechs Kirchengebäude. Dort halten Pfarrer Martin Assauer, der Kreuztaler Pastor Josef Sczyrba und der außerdem in Kreuztal tätige Vikar reihum die sonn- und werktäglichen Gottesdienste ab.

Aus geplanter Siedlung wurde nichts

Die aus heutiger Sicht ungünstige Lage der Heilig-Geist-Kirche war vor fünf Jahrzehnten den Plänen der damaligen Gemeindeväter geschuldet, die ein großes Neubaugebiet im westlichen Teil von Littfeld schaffen wollten. Daraus wurde nichts. Aber die katholische Kirche, die sich von einem Standort mitten im künftigen neuen Viertel eine bessere Vernetzung in dem doch mehrheitlich protestantischen Littfeld erhoffte, hatte sich schon festgelegt. Heute, 50 Jahre später, wird das Kirchengebäude schon als Belastung empfunden, sagt Pfarrer Assauer. Findet die Erzdiözese keine adäquate Lösung, bleibe wahrscheinlich nur eines: „Dann muss das Gebäude abgerissen werden.“